- Werkstatt

Artikel

 
 

 

Deutsches Übersicht:

1. Moralische Technik Teil 1

2. Die Dreigliederung von einer organischen Siebengliederung aus betrachtet - Lösungsansätze für die Probleme in und ausserhalb der anthroposophischen Bewegung

3. Von der Mutter zum Tröster – und weiter ? Mysterien des Heiligen Geistes

4. Die Quintessenz als bewusste Wärmelenkung - Elementarwesen, Technik und Zukunft

5. Unbewältigtes Karma in der anthroposophischen Bewegung - Klingsor und der umformende Weg durch das Böse


 

Moralische Technik Teil 1

Von einer unpersönlichen zu einer moralischen Technik

Von Nicolaas de Jong

In der heutigen Gesellschaft wird die Technik als nützlich, manchmal als ein notwendiges Übel betrachtet. Wir kaufen sie uns oder nicht, und benutzen sie wo wir möchten. Mit den Nebenerscheinungen nehmen wir es vorlieb weil es kaum Alternative zu geben scheint. In diesem Artikel schildert Nicolaas de Jong wie wir eine andere Sicht auf die Technik bekommen können die mit unserer persönlichen Entwicklung zusammenhängt. Dazu gibt er dem Leser einige Vorbilder der verschiedenen Vorbereitern dieses Weges zur neuen Technik.

 

Ein ungewöhnlicher Gegensatz

Die heutige Technik ist etwa auf dem folgenden Prinzip basiert: ein kluger Mensch beobachtet die Natur, erkennt darin ein bestimmtes Wirkungsprinzip, abstrahiert dieses Prinzip und benutzt es als Grundlage für ein speziell dazu entworfenes Werkzeug oder eine Maschine. Ein ziemlich rezentes Beispiel ist das Flugzeug. Aus Beobachtung der Fähigkeit eines Vogels zu schweben und sein Anstieg bei zunehmender Wind oder Thermik wurde das gängige Flugzeug entwickelt. Manche der ersten Flugzeugmodelle hatten flatternde Flügel als Nachahmung des rhytmischen Flügelschlags eines ansteigenden Vogels. Diese Modelle sind alle verunglückt, wenn sie überhaupt vom Boden hochgekommen sind.

Gerade die Modelle mit festen Flügeln aber genügend Antreibungsvermögen um den schnellen Wind nachzuahmen zeigten sich im Laufe der Zeit als praktisch benutzbar. Hier sind zwei Prinzipien des Vogels Flugfähigkeit, nämlich der Wind und das Schweben, zur Grundlage des heutigen menschlichen Fliegens geworden. Dies hat andere Fähigkeiten gekostet, zum Beispiel die Fähigkeit an einer bestimmten Stelle zu landen, sowie die meisten Vogelarten mit ihrem rhytmischen Flügelschlag auf einen Ast landen können. Deshalb ist eine Anstieg- und Landebahn unentbehrlich.

Diese Flugtechnik, mit seinem im Laufe der Zeit verbesserten Lenkmechanismus, kan von jedem benutzt werden, egal ob er die Prinzipien kennt oder nicht. Und dies ist kennzeichnend für den grössten Teil unserer Technik im Allgemeinen: Es wird ein Stück Kraft aufgrund einer Einsicht benutzt, es stammt also aus den Willen und ein Nachdenken über Beobachtungen. Die benutzung aber in einem Technischen Gegenstand ist unpersönlich, kann von seinem Erfinder und Hersteller getrennt werden und im Prinzip von jedem bedient und benutzt werden. So ist eine Situation entstanden in der Technische Kenntnisse verfügbar sind die für alle möglichen Verwendungen eingesetzt werden können, wobei undeutlich ist wer oder was bestimmt mit welchem Ziel und in welcher Weise dies gemacht wird. Damit begegnen wir auch das heiße Eisen das sich immer deutlicher in unserer Kultur unterscheiden lässt; die technischen Kenntnisse können sowohl für gute als auch für eher bedenklichen Sachen eingesetzt werden. Außerdem ergibt sich da die Schwierigkeit, dass gut und bedenklich immer relative Begriffe sind die man in ihren Auswirkungen nicht einfach erkennen kann. Die Folgen der Gentechnologie auf Menschen reichen bestimmt weiter als viele Menschen urteilen können. Denken Sie auch mal an die zivile Luftfahrt und die modernen Kriegstechniken mit Awacs und ferngelenkten Bomben aus Flugzeugen; die Erreichbarkeit fast jedes irdischen Ziels und der Angriff auf die Ozonschicht. Die moderne Technik ergibt eine Erweiterung menschlicher Fähigkeiten, unserer Willensäußerungen also, aber dieser Technik fehlt die Fähigkeit der moralischen Prüfung. Und diese moralische Prüfung sitzt dem Menschen im Herzen, dort wo der menschliche Geist und die Seele angreifen und die Gefühle in Bezug auf Täten oder sich ergebende Erlebnisse entfunken können. Gerade diese Gefühle und Urteile sind das was den Menschen individuelle Erlebnisse ermöglicht; sie machen aus ihm und seinen Täten etwas Persönliches. Deshalb ist es fast unmöglich eine allgemeine Verhaltenskode für die moderne Technik zu entwickeln, wie sehr auch die Werbungsersteller versuchen auf die Wünsche und Preferenzen ihrer potentiellen Kunden einzugehen, und die politischen Führer an einer gemeinschaftlichen Ethik appellieren wollen. Die heutige Technik vermisst in sich die Gefühlsgebundenen moralischen Erwägungen. Sie ist einfach da, und bietet dem Menschen spezifische Fähigkeiten, der damit innerhalb der technischen Einschränkungen, sowie zum Beispiel die der Brennstoffvorräte, für jeden zugänglich ist. Hinzu kommt damit ein wirtschaftlicher Aspekt, und auch dieser zeigt auf den Aspekt des Willens in der menschlichen Existenz; durch Produktivität, meistens erledigte Arbeit, ist es möglich die Erde und die Umwelt in solchem Maße zu bearbeiten, dass ein Überschuss in der Produktion entsteht womit man sich ein Stück Technik, dass eine Willensverlängerung ist, leisten kann.

Die spezifische Fähigkeit die ein Stück entwickelter Technik präsentiert, zeigt noch auf etwas anderes, nämlich auf dasjenige was die Menschen im Allgemeinen noch nicht können, aber in einer weiten Zukunft entwickeln werden können. So kann jeder Mensch in seinen Träumen und Gedanken an einem anderen Ort auf der Erde sein als er in dem Moment in wirklichkeit ist, aber er muss sich ohne technischen Hilfsmitteln wie ein Schiff, Flugzeug oder Auto sehr anstrengen um diesen Ort zu erreichen. Die Zeit wird von einer solchen Technik verkürzt, der gewünschte Ort näher herangebracht. Die visuale Technik von zum Beispiel Fernsehen, Video oder Computersimulationen zeigen auf das künftige Vermögen des Menschen um in Bildern zu denken und wahrzunehmen, also auf das hellsehende Vermögen. Was man hellsehend wahrnimmt, spielt sich aber nicht in der fysischen Wirklichkeit ab, und auch das Bewusstsein und Denken in Bildern selbst haben nur eine sehr kleine fysische Basis (das auskristallisierende Gehirnsand in der Hypophyse), im Gegensatz zu der heutigen visualen Technik, die in den modernen Geräten eine elektrische Spannung als Brunnen benötigt. Das Telefon ist der Vorbote in dem Fysischen Aspekt der hellhörenden, inspirativen, ‘telepathischen’ Gaben die einmal zu entwickeln sind. Die heutige Technik neigt also dazu die künftigen Entwicklungen des Menschen vorzuverlegen. Die ausgedachten Wirkungsprinzipien die als Willensvermögen verwendet werden, sind aus der Natur abstrahiert, und darin haben persönliche Gefühle und damit verbundene moralische Urteile keinen Platz.

Wie läuft dann die rechtmäßige Entwicklung des Menschen? Meiner Meinung nach kann man diese in folgender Weise annähernd definieren. Jeder Mensch kommt auf Erden mit spezifischen Charaktereigenschaften, Bestimmtheiten in Konstitution und Temperament die ihm entweder helfen oder ihn hindern können, bestimmte Talente und Unfähigkeiten, eine spezifische individuelle Weise des Denkens und Handelns, spezifische Vorzüge oder Missbilligungen, und mit diesen Bestimmtheiten kann er oder sie im Laufe des Lebens entdecken, was er oder sie spezifisch entwickeln möchte, und was er liegen lässt weil es nicht sosehr sein Interesse hat. Im Prinzip kann jeder für sich einen Plan im eigenen Leben entdecken den er ausführen kann um sich damit oder mit Hilfe davon entwickeln zu können. Kurzum, von den individuellen Bestimmtheiten und Vorzügen arbeitet man an einem spezifischen Teil der irdischen Wirklichkeit, mit dem man sich auseinandersetzt, dass man aufgrund seiner Ideale zu gestalten oder verändern versucht, wobei man sich neue Einsichte, Haltungen und Fähigkeiten erwirbt. Dies tut jeder für sich auf individueller Weise. Jeder spürt die Zufriedenheit wenn man nach einem Kampf etwas auf eigener Kraft erreicht hat; es gibt dann ein Etwas in der Seele das sich erfüllt fühlt, und man weiß dass man sich etwas Neues erworben hat. Das Gefühl sagt dass das Denken (der Einsicht) und der Willen (die Kunde) erweitert sind. Hat man aus eigener Kraft durch Beschäftigung und Versuchen Einsicht in ein Problem erworben, dann ist das etwas anderes als wenn man die Lösung fix und fertig von außen angeliefert bekommt, zum Beispiel durch ein Teil schon entwickelter Technik, sowie ein von anderen erdachtes Computerprogramm. Und während dieser Beschäftigung hat man oft moralische Urteile machen und Wahle treffen können auf Grund dessen was das Gewissen und das damit verbundene Gefühl für Wahrheit einem eingeflüstert haben. Man hat auf diese Weise selbst ein Stück technischer Fähigkeit entwickelt – und dies gilt für jeden Aspekt des Lebens. Dies macht man auf Grund der eigenen moralischen Urteilen und innerhalb der gegebenen Situation. Man entwickelt sozusagen sein eigenes Stück moralischer Technik, das man beherrscht. Wichtig ist dass das Vermögen zur Gewissensprüfung hier eine Bedingung für das Erreichen einer Entwicklung des inneren Vermögens ist. Dies bedeutet nicht, dass die Benutzung der heutigen Technischen Erfindungen grundsätzlich falsch ist; man muss sich aber beim Gebrauch dessen gut realisieren, dass man einfach ein Stück eigenes Entwicklungsvermögen liegen lässt.

Schauen wir in die Zukunft. Rudolf Steiner meint dass der Mensch einmal eine Technik entwickeln wird wobei er bestimmte Töne aus seinem Körper erzeugen wird, und zwar die Konstellation von Formkraften die spezifisch unseren fysischen Körper wachsen lässt. Diese Töne können von Gegenständen und Maschinen aufgenommen werden, die daraufhin das gewünschte Verfahren in der fysischen Welt ergeben werden. Durch Klänge und das sympathische Mitbewegen der Gegenstände werden die Menschen Wirkungen in den gewünschten Richtungen erzeugen können durch die dazu entwickelten Gegenstände und Maschinen, die mitresonieren werden. Die Lebenskräfte befinden sich auch in der uns umringenden Natur, und halten dort die Phänomene instand. Wer dies einsieht und erfährt, wird es nicht als merkwürdig betrachten dass ein Mensch aus ähnlichen Kräften in seinem Lebenskörper etwas in der physischen Welt auslösen werden kann. Dasselbe passiert schon einigermaßen wenn wir durch unsere Gemütsverfassung die Atmosphäre in einem Zimmer ändern können; ein fröhlicher Witz am richtigen Moment kann eine explosive Situation auflösen, eine gemeine Bemerkung kann Fröhlichkeit in Verzweiflung ändern, und eben eine wortlose schlechte Laune einer der Anwesenden kann die Sphäre ganz schön beeinflüssen. Das sind alle seelenmäßige Wirkungen die von jemandem ausgehen können und die Lebenskräfte beeinflüssen können.

Wer kennt nicht die befreiende Entladung wenn jemand in einer gespannten Atmosphäre ein Glas kaputfallen lässt? Manchmal kann das Glas springen wie vonselbst, als Folge dieser Spannung. Die Stimmung entsteht aus der Seele, wo die Gefühle wohnen; die Auswirkung im Zimmer findet in der Lebenswelt statt und hängt mit dem Willen zusammen, denn sie kann physische Phänomene erzeugen, welche wir mittels unserer Sinnesorgane wahrnehmen können. Ein Schritt weiter geht es wenn jemand einen Gedanken, eine Idee oder Einsicht in jeglichem Maße komprimiert hat dass er sie Anderen übertragen kann: dann kann dies bei anderen Menschen Gefühlen in der Seele und Wirkungen in und aus dem Lebenskörper aufwecken, die einem dazu anstiften können für oder gegen diese Idee zu sprechen oder zu handeln. Die Einsicht hat man in dem Denken, die Idee kann anfeuern oder erkälten; hat also selbst mit Wärme zu tun - Begeisterung kann Wärme und Bewegung verursachen. Der menschliche Geist bedient sich dieser Wärme.

Nun kann man durch selbstbeobachtung bei der Ausführung eines Gedanken oder Willensentschlusses (das in dem Denken stattfindet, und durch das Gewissen geprüft werden kann) zu den folgenden Befindungen kommen. Der Willensentschluss zur Ausführung druckt sich als Wärme-Impuls ab in die Seele, und dieser fängt an in verschiedenen Tönen heraufzuschallen, die in ihren Intervallswirkung das Maß an Sympathie oder eben Antipathie als Gefühlsempfindungen widerspiegeln (bei purer Antipathie, das ist Dissonanz, kommt man nicht zu einer Tat). Die Wärme erlöscht, und steht auf in dem (musikalischen) Impuls der die einzelne Töne und ihre Rithmischen Erscheinungen generiert – das was in der Musik das musikalische Motiv genannt wird. Diese Tonreihen drücken sich anschließlich in den Lebenskörper ab und bitten es auf dieser Weise mitzubewegen. Bei einem genügenden Maß an sympathischen Gefühlen, so dass das Mitbewegen möglich ist, tut der Körper dies, und drückt sich seinerseits auf den Muskeln in dem physischen Körper ab. Darauf wird die Idee oder der Entschluss in die Tat umgesetzt. Dies passiert bei jeder unserer Handlungen, dabei verläuft dieser Prozess meist unbewusst.

Wenn man diesen Prozess weiterhin beachtet, da kann man sich auch vorstellen dass man sich in solchem Maße mit Gegenständen und Phänomene in seiner Umgebung verbinden kann, dass man ihre Wirkungen lernen und verstehen kann. Man kann auf dieser Weise lernen ihre Wirkungen zu ‘hören’ (damit ist hier das ‘heiter hören’ der inspirativen Klangströmen gemeint das entsteht wenn man lernt sich intensiv in die daran zugrundeliegenden Prozesse einzuleben). Darauf kann man lernen diese Prozessen innerlich mitzumachen in der Seele, was dann die Töne erzeugt. Um die Wirkung in der umliegenden Welt zu verstärken, kann man Gegenstände erstellen die gegliedert oder nicht gegliedert sind, die die innerliche Gebärde schon in sich haben, so dass diese den Klangstrom worin sie mitbewegen (resonieren) können verstärken und sie in der physischen Welt aktiv werden können. So entsteht also ein Stück Technik in und aus der Lebenswelt, als Ansatz des eigenen Willens, und das Werkzeug dazu im eigenen physischen Körper. Weil die Gebärde aber ganz durch die Seele durchfühlt und durchwoben ist, dort wo das Gewissen wohnt, hat man die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten davon erkennen, und auch die Folgen davon in der Umgebung übersehen können. Man hat dieses Stück Technik durchdacht und invividualisiert. Man kann es auch auf Anderen übertragen, aber nur durch ihnen die einlebenden Techniken beizubringen. Eine jegliche moralische Lebenstechnik ist damit nur durch Menschen anwendbar die die innerlichen Fähigkeiten dazu schon entwickelt haben, und ist damit eher persönlich als allgemein menschlich.

Man kann natürlich behaupten das dies Träumereien sind. Es gibt aber aus der Antike, und auch aus diesem Jahrhundert, noch Beschreibungen von Wirkungen in und aus Klängen auf die physische Welt. Denken Sie zum Beispiel daran wie einst die Mauern von Jericho fielen durch das Gesang der Juden, sowie es in der Bibel beschrieben wird. In diesem Jahrhundert hat der Flugzeugkonstrukteur H. Kjellson über den Bau eines buddhistischen Klosters in den Tibetanischen Bergen berichtet, wobei Klängen, von Mönchen erzeugt, die Steine, manche mehr als 1000 Kilogramm schwer, über eine Distanz von 500 Meter aufwärts bewegen konnten. Unglaublich aber wahr – er konnte es kaum verstehen. (1) Anscheinend kannten die Menschen damals Techniken von denen wir heutzutage kaum mehr etwas wissen. Gurdjieff, ein Armenier der am Anfang dieses Jahrhunderts nach langem Suchen in einer verborgenen Klostergemeinschaft in der Gobi-Wüste landete, erzählte dass er gelernt hatte mit Hilfe von Klängen einen Jak zu töten nur durch dessen Wesenseigenen Klang hervorzustoßen. Auch von den egyptischen Pyramiden wird geglaubt dass die mit Hilfe von Klängen gebaut worden sind.

Nun kennen wir in unserer Technik auch Prinzipien von Klängen und Gebärden, zum Beispiel im Datentransport über Telefonkabel wobei Tonpulse benutzt werden, und Techniken wie die Steuerknüppel in Flugzeugen. Diese Impulse und Gebärde werden aber meistens durch Elektrizität übertragen, und nach unpersönlichen Kräften in zum Beispiel die Flugzeugmotoren übergebracht, die im Prinzip von jedem Menschen bedient werden können (obwohl nicht jeder das gleich gut macht). Elektrizität ist in die Materie gefallenes Licht, und darin ist es mechanisch und damit unpersönlich geworden. Es entzieht sich unserer direkten Sinneswahrnehmungen.

Pioniere in Lebenstechniken

Es gibt vor allem vier Personen die sich im vorigen und in diesem Jahrhundert intensiv mit neuen Techniken beschäftigt haben, welche direkt und von der Lebenswelt aus wirksam waren – auch wenn sie sich nicht alle deutlich davon bewusst waren.

Nikola Tesla

Nikola Tesla (1856 – 1943), geborener Servier, hatte in den Vereinigten Staaten großen Erfolg als elektrotechnischer Ingenieur. (2) Er hat unter anderem den Wechselstromdynamo und dito Motor erfunden; er hat die heutige Kultur in starkem Maße beeinflusst. Er hatte das Vermögen die Wirkungen der Phänomene hellsehend, in Bildern wahrzunehmen und übersetzte dies in meist elektrotechnische Anwendungen. Schon bevor Einstein den Zusammenhang zwischen Energie, Masse und Lichtgeschwindigkeit in seinem besonderen Relativitätstheorie formulierte (die bekannte Formel E = mc²), schaffte Tesla es mit elektromagnetischen Schwingungsfrekwenzen zu arbeiten die viel höher waren als die Lichtgeschwindigkeit und damit Maschinen und Wirkungen zu entwerfen die weit über die gänglichen Theorieformungen und naturwissenschaftliche Beobachtungen hervorragten.

Etwas Besonderes ist eine selbständig bewegende Maschine von der Tesla behauptete sie bewege auf die Kräfte zweier Planeten (Lebenskräfte also), und von der er vorhersagte sie würde bei einem bestimmten Stand dieser Planeten aufhören. Was auch tatsächlich passierte. Schade ist dass er alles in elektrischen oder elektromagnetischen Wirkungen übersetzte, was ja ein Stück gefallener Unternatur ist, ein Mitbewegen mit der Lebenswelt, aber von unten an. Kennzeichnend für seine Arbeit und auch für seinen Moralismus ist folgendes Beispiel. In 1903 schaffte er es um in seimem Labor in Long Island in der Nähe von New York die großen elektrischen Ladungen aus der Stratosphäre an die Erdoberfläche zu ziehen – ein wirklich großes und ungekanntes Potential, dass direkt die Energieversorgung für ein Land wie die Vereinigten Staaten liefern könnte.

Es entstanden spektakuläre Farbeffekte in der Atmosphäre als Folge dieser großen Entladungen, die bis in der Stadt New York wahrgenommen wurden. Er wollte auf verschiedenen Stellen auf Erden ähnliche Stationen bauen, wodurch die Erde in ein geometrisch oszillierendes elektromagnetisches System gebracht werden könnte. Kurz danach sah er aber seine geliebte weiße Taube sterben, die er als ein Bild für den Geist erfuhr. Er nahm diese Warnung ernst, schloss sein Labor und kam in den restlichen 40 Jahren seines Lebens niemals mehr dorthin zurück.

Wilhelm Reich

Wilhelm Reich (1897 – 1957) war ein Österreichischer Biologe der sich eine Weile der Schule von Freud anschloss, aber sich später davon distantierte. (3) Der Grund dafür war seine Forschung nach Lebensprozessen in Bezug auf Sexualität und ihr Verhältnis zur menschlichen Psyche. Er entdeckte dass man in den Energieaufbau lebender Organismen vier Phasen unterscheiden kann: 1. einen Erwartungsaufbau (in der Seele), 2. eine Spannungszunahme (im Leben), 3. eine mehr oder wenig kräftige Entladung (in der Seele erlebt) und 4. eine Zeit der Entspannung und Harmonie (im Leben). Diese vier Phasen wechseln sich ab. Sie bestehen für alle organismen, von den Einzelligen (mit klopfenden Flüssigkeitsblasen, Vakuolen) bis zu den Menschen, die in ihrem Orgasmus die meist direkte Entladung kennt. Eigentlich liegen diese vier Phasen jeder natürlichen Schwingung zugrunde. Bei verschiedenen Typen von Patienten entdeckte Reich dass die vier Phasen nicht aufeinanderfolgten. Die Orgonomie die er daraus entwickelte besorgte ihm Kritik von Freud und die Seinen, die inzwischen eine andere Sicht auf Sexualität und Psychopathologie hatten.

Interessant ist der Fakt das Reich, auch in den Vereinigten Staaten, später eine Maschine entwickelte die die aus den Rocky Mountains kommenden Wolken mit einer stark negatieven Ladung und Ausstrahlung auf die Menschen und die Natur, die eine Region tagelang verlammen konnten, entkraften konnte indem er die daran fehlenden Phasen hinzufügte. Er konnte also diese Wolken beeinflüssen. Weiter entwarf er vor allem Maschinen die kosmische Strahlen auffingen, aber diese wurden vor allem für therapeutische Ziele entwickelt. Mit seiner Vierphasentheorie hat er in großem Maße an der Forschung nach dem Verhältnis zwischen dem Seelenmäßigen und der Lebenswelt beigetragen.

Viktor Schauberger

Viktor Schauberger (1885 – 1958), auch Österreicher, war eine Zeit lang Förster in den damaligen Urwälder der Alpen. (4) Er konnte sehr genau Lebensprozesse beobachten. Danach lernte er den Beruf des technischen Ingenieurs, benutzte in seiner Arbeit aber auch seine Erfahrungen mit den Wirkungen der Natur. Und teilweise deswegen lag er mehrmahls mit seinen Fachgenossen im Clinch, die vor allem von lediglich geraden Linien und mathematischen Formeln ausgehen wollten. Das Leben benimmt sich anders. Bei einer dieser Auseinandersetzungen, unter Druck gesetzt weil er nicht ernst genommen wurde, beschrieb er die optimalen Lebenswirkungen von Wasser wenn es in einer Spirale bewegt, nämlich wie eine urinierende Bärin die rennt. Später wurde er von den Nazis gezwungen diese Spiraltechnik auf ‘fliegende Untertassen’ (Ufos) zu verwenden. Das ging ziemlich gut, denn die Modellen flogen einige Male durch das Dach des Fabriksgebäudes wo die Experimente stattfanden (möglicherweise boykottierte er die Nazis indem er vortäuschte dass er die Maschinen nicht lenken konnte). Glücklicherweise sind sie nicht im Zweiten Weltkrieg verwendet worden.

Ein anderer wichtiger Fund von ihm war die Wahrnehmung dass die Lebenskraft des Wassers zwischen 0 und 4 ºC am besten ist. Forellen und Lachse benutzen dies wenn sie in einer schnellen Strömung stillstehen oder einen Wasserfall hinauf springen. Dies untersuchte er indem er stromaufwärts eine Menge warmes Wasser in einen Bach gießen ließ, und den Effekt auf die in der Strömung fast bewegungslos stehenden Lachsen zu beobachten. Wenn das warme Wasser einen Lachs erreicht, wird diese mit herungergeführt und muss sich sehr bemühen seine alte Stelle wieder zu erreichen. Anscheinend wird hier also der Lebensstrom von der Wärme unterbrochen. Er schaffte es Aquädukte zu konstruieren die aus den Bergtälern herunter mäanderten, wobei man nur eine dünne Schicht aus kaltem Wasser benötigte um dicke Baumstämme transportieren zu können. Ein Folge dieser Erfindung war der Raubbau auf die Europäischen Wäldern, was ihn sehr verbitterte. Am Ende seines Lebens haben die Amerikaner ihn mehr oder weniger dazu gezwungen seine Einsichte als Patente zu offenbaren und verkaufen. Kurz danach starb er, ziemlich verbittert und verzweifelt über solchen Machtmißbrauch. Genau wie bei den anderen drei hatte auch er einen starken moralischen Einfluss auf andere Menschen. Meiner Meinung nach hat er sich in dem Sinne geirrt, dass er zwar von der Lebenswelt aus der die Naturkräfte stammten ausging, aber nicht in Bezug nahm dass es sich dabei handelt um Wesen die diese Kräfte erzeugen, instandhalten und lenken (Steiner nennt diese Elementarwesen). Einmal beschreibt er nämlich dass er sich in einem Waldsee baden wollte. Auf einmal fing das Wasser an sehr heftig zu bewegen, wirbelte, trat über die Ufer und nahm unter anderem Baustämme auf dem Ufer in sich auf. Schauberger erschrak und flüchtete. Später nannte er dies das selbstreinigende Vermögen des Sees, als wäre dies etwas mechanisches das sich von Zeit zu Zeit ergab. Sehr wahrscheinlich war es aber das Elementwesen des Sees, die Nymphalis, die verärgert war weil er sie nicht als selbständiges Wesen betrachten und anerkennen wollte. Dass die Amerikaner mit seinen Einsichten in die Lebenswelt nichts offenbares getan haben ist natürlich sehr bedenklich.

John W. Keely

Der letzte Pionier den ich hier nennen möchte ist John W. Keely (1827 – 1898). (5) Er war ursprünglich ein Musiker, verließ aber diesen Beruf und fing an nach den Wirkungen von Klang auf die Lebenswelt zu forschen. Er erfand auch nach vielen misslungenen Versuchen einen Motor der durch Klang in Gang gesetzt wurde und in Bewegung blieb. Aber nur wenn er in der nähe war; die Maschine funktionierte auf seinen eigenen Lebenskräften.

Nun stehen die Modelle still in einem Museum als Kuriositäten. Und diese Maschine ist ein nettes Vorbild von all dem was Steiner über zukünftige Technik gesagt hat, die auf Grund von Tönen aus dem Menschlichen Körper funktioniert. Keely basierte seine Arbeit vor allem auf einer natürlichen Reihe von Übertönen die bei jeder Schwingung mitklingt. Vor allem die 1., 3. und 6. Oktave der Übertönen hatten sein Interesse. Möglicherweise offenbarte sich darin eine alte chinesische Weisheit, als Einsichten aus einem vorigen Leben mitgebracht. Die Chinesen arbeiteten mit dem ‘chi’. Die Lebenskraft strömt aus der sechsblättrige Lotusblume die gerade unter dem Nabel liegt. In seiner theorieformung im Bezug auf Schwingung benutzte Keely vier oder fünf Bereiche der Übertöne, bei 1 Schwingung pro Sekunde anfangend (= 1 Herz, abkürzung Hz). Ihre Wirkung ist im Allgemeinen:

1. – 21. Oktave Schall
22. – 42 Oktave Wärme
43. – 64. Oktave Strahlung, Chemie
65. – 88. Oktave Elektrizität, Induktion, Magnetismus
Oktave darüber Atom- und Kernkräfte, von ihm in allerlei postilierte Teilchen wie Atome, Atomole und oszillierende Elemente eingefasst, die anders sind als die durch die heutige Naturwissenschaft benutzten.

Von seinen Klangprinzipien aus erreichte er sonderbare Willensverbesserungen. Ein Beispiel davon ist eine Maschine die Granit und Quartz zersplittern, desintegrieren konnte; sie wurde im Goldminenbau verwendet. Er konnte schwere Gewichte durch Klänge mit der Hand umstellen. Bei viel seiner Instrumente benutzte er einen sogenannten ‘Liberator’ der die Klänge durch Schwingungsmembrane von verschieden Längen aufoktavierte in das Schwingungsgebied wo er die Wirkung optimal vermutete, dabei jedes mal die Schwingungen im 3. und 6. Oktave optimal verstärkend. Und es gab einen Faden mit Namen ‘Trexnar’ an dem er 8 Jahre arbeitete, der aus einer speziellen Zusammensetzung aus Silber, Gold und Platin bestand, welche die Lebenskräfte laut Keely vom einen bis zum anderen Gerät transportierte. Aus unserer heutigen Sicht auf Naturwirkungen gesehen war dies die Arbeit eines Magiers. Seinen Motor (siehe Bild) startete er indem er in einem anderen Zimmer auf einer Trompete einen Ton blies, wonach die Sache zu bewegen anfing. Seine Maschinen zeigten sich aber unstabil im Gebrauch, und wie die anderen drei wurde er schließlich von Charlatanerie beschuldigt.

Sein Ausgangspunkt war das alles, von Gott bis zu dem kleinsten (materiellen) Teilchen, ein Klang war in einer bestimmten Schwingung und Oszillation, das ist eine Zusammenstellung von Schwingungen auf Grund der agglomerierten oder nicht agglomerierten Teilchen die sich in der Schwingung befinden. Und als solches war er wirklich ein Kind seiner Zeit; Atome und noch kleinere Teilchen, die noch nie direkt gesehen wurden (auch jetzt nicht, und sehr wahrscheinlich wird dies auch nie passieren), leben in Schwingung, Resonanz und Oszillation. Wenn man seine Gesetze liest (das sind eine Menge, fast alle 1888 postuliert), dann begegnet man viele Hypothesen, die alle mit dem Fakt ‘alles ist Klang’ im Zusammenhang stehen. Keine Diskussion, einfach ponieren und dann damit experimentieren. Seine Maschine hat er etwa 360 Mal neugebaut. Genügend Willenskraft also. Aber schließlich ist keine wirkende Maschine übriggeblieben die sich von ihm gelöst hat und allgemein menschlich verwendet werden kann. Außerdem hat er auch sehr oft mit Zeitgenossen im Clinch gelegen, die in seiner Arbeit Gewinn sahen, aber jedes mal wieder enttäuscht werden mussten – und er brauchte sie um sein Leben und seine Arbeit finanzieren zu können. Der Willen greift direkt in das Wirtschaftliche, wo noch immer Ahriman alle Fäden in der Hand hat. Genau wie in der heutigen Zeit Sonnenenergie oder Wasserstoffgas, aus Sonnenwärme gewonnen, keinen Wirtschaftlichen Wert vertreten und also so viel wie möglich aus dem zu monopolisierenden Machtssystem heraus gehalten werden. Genügend Gründe für Regierungen und Industrien um jegliche Entwicklungen entgegenzutreten (denken Sie an den Morden um die Patente auf Autos die auf Wasserstoffgas fahren).

Woran liegt es jetzt das neben den wirtschaftlichen Verwicklungen diese Maschinen nicht funktionieren? Meiner Meinung nach ist das weil Keely zwar von einem Klang hinter jedem Phänomen ausging aber nicht von Rhythmus (der von ihm postulierte Effekt ist kein Rhythmus, aber ein notwendiges passives Verhalten der Materie wenn sich mehrere Schwingungen aufeinander stapeln). In Rhythmus äußern sich erst wahrhaftige Lebensprozesse, zusammen mit Klang, wie oben schon erwähnt wurde. Die Lebenswelt, von den verschiedenen Forschern den ‘Äther’ genannt, besteht aus vier Arten von Formkraftenwirkungen, wovon Klang nur der Austausch von einem deren ist. Außerdem machte Keely wie so viele nach ihm den Fehler dass elektromagnetische Schwingung eine direkte Aufoktavierung von Klangschwingung ist. Klangschwingung findet aber vor allem in dem Klang- und Lichtäther statt, die hinter bezüglich Wasser und Luft stehen; Elektromagnetismus ist ein in die Materie gefallenes Kräftekomplex das höchstens eine Spiegelung von etwas in diesen Lebensbereichen ist, aber an sich nicht direkt die Ursache von etwas. Licht zum Beispiel ist etwas anderes als eine Zusammensetzung aus elektromagnetischen Wellen spezifischer Länge; Licht hat elektromagnetische Strahlung als Nebeneffekt, aber ist es nicht. Licht spielt sich im Lichtäther ab, das sich durch die Luft webt und dies instandhält. Dies werde ich in einem nächsten Bruisvat weiter ausarbeiten.

Die Stradermaschine

Dann gibt es noch die Stradermaschine die von Rudolf Steiner als ein Modell für eine Lebenskräftemaschine benutzt wurde die von einer der Hauptpersonen in seinen Mysteriedramen einmal entwickelt werden kann. Darüber sind einige Bücher erschienen die strotzen von Berechnungen als würde dies eine Möglichkeit bieten um tatsächlich diese Lebenskräftemaschine in gang zu setzen. Modelle die darauf basiert waren sind nie in Gang gekommen. Dies liegt meiner Meinung nach daran dass das inspirative und intuitive Bewusstsein das man benötigt um die Wirkungen von Lebenskäfte aus dem Kosmos erkennen und verwenden zu können, sich in dem sich Einfühlen in Prozessen, in dem Arbeiten und Machen, nicht in Nachdenken und Berechnen entwickeln können. Mathematische Analysen werden auf ein Endprodukt losgelassen. Wenn eine Lebenskräftemaschine je entwickelt werden wird, dann wird dies eher von dem sich Einfühlen und Versuchen aus passieren als von einer Berechnung (einem epimetheischen Ansatz) aus. Meiner Meinung nach hat Steiner mit seinem Modell nur Menschen die seine Vorstellung sehen würden zu Fragen erregen wollen, aufgrund deren er zusammen mit ihnen versuchen könnte um tatsächlich eine solche Maschine zu entwickeln. Das Bühnenmodell war also höchstwahrscheinlich nicht gemeint um je zu funktionieren.

Steiner wies weiter darauf hin dass ein Kreis von moralisch sehr verbundenen Menschen nötig wäre um eine solche Maschine tatsächlich in Gang zu setzen und zu verwalten. Erinnern Sie sich an dem obrigen Beispiel von Schaubergers Aquädukte, die das rasche Verschwinden der europäischen Wälder ermöglicht hat. Dies zeigt schon wie destruktiv eine solche Erfindung wirken könnte. Wichtiger ist dass jeder versuchen kann seine eigene Technik als innerlichen Ansatz seines Entwicklungswesens zu entwickeln; das Thema wird dann die Entwicklung, nicht was damit in der Umwelt erreicht werden kann ohne dass man sich damit verbinden und verändern möchte.

Einige Möglichkeiten dazu werden in einem nächsten Bruistvat auseinandergesetzt werden.

Anmerkungen:

1. über den Bericht von Henry Kjellson, siehe ‘In de ban van het heelal: kosmische invloeden op de mens’, von G.L. Playfair und S. Hill, Meulenhof Netherlands 1979 (S. 140-143)
2. Siehe u.a. verschiedene Artikel in ‘Bres’
3. W. Reich, ‘Selected writings’, New York 1992, W. Reich Foundation
4. ‘Living Water – V. Schauberger and the Secrets of Natural Energy’, Olof Andersson, Gateway Books, Bath U.K. 1990
5. ‘Universal Laws never before reveiled: Keely’s Secrets’, Dale Pond, The Message Company, Santa Fe 1995.

 

Dieses Artikel erschien in Bruisvat 1, Herbst 1999 und später in Lazarus. Wir danken Yvonne Tiggelman vom "Wissenschaftsladen" der Universität von Utrecht für die Übersetzung.

Zurück nach oben



Die Dreigliederung von einer organischen Siebengliederung aus betrachtet

Lösungsansätze für die Probleme in und ausserhalb der anthroposophischen Bewegung

Von Nicolaas de Jong

Aus der Anthroposophie heraus sind Gedanken für eine Neugestaltung der Gesellschaft entwickelt worden, auf Grund der Einsicht, dass die Gesellschaft ein sozialer Organismus ist, in der ganz klar drei Glieder mit ihren eigenen Merkmalen zu erkennen sind. Die Anthroposophen selbst haben nur wenig davon umgesetzt. Auch ihre eigene Organisation zeichnet sich nicht unbedingt durch eine erneuerte Arbeitsweise aus. Innerhalb des anthroposophischen Feldes gibt es ein zunehmendes Mass von Desintegration, teilweise als Folge der Angriffe von aussen, so wie die Regierungseinmischung bei den Schulen und die Angriffe der Presse gegenüber der Integrität des Stifters, teilweise durch Uneinigkeiten von innen her. Dies hat unterschiedliche Hintergründe.
Die anthroposophische Bewegung únd die Gesellschaft könnten den Dreigliederungsgedanken immerhin noch sehr gut brauchen. Das Arbeiten von einer organischen Siebengliederung heraus bietet dazu neue praktische Möglichkeiten.


“Jetzt muss Anthroposophie getan werden”

Diese Aussprache machte Rudolf Steiner gegen Ende seines Lebens in 1924. Er hatte den Dreigliederungs-gedanken schon ausgearbeitet. Freiheit sollte herrschen im Denken und dem Geistesleben, Gleichheit im Sozialen und in der Politik (Beschlussfassung), und Brüderlichkeit im Ökonomisch-Wirtschaflichen. Dies war eine Konkretisierung und Verdeutlichung der Ideale der französischen Revolution, durch welche Organisationen und schliesslich der ganze soziale gemeinschaftliche Organismus neugestaltet werden kann. Aus einem Teil von enthusiastischen Mitarbeitern ist eine Gruppe für soziale Dreigliederung entstanden, die damit zu arbeiten begann. Jetzt, ungefähr 80 Jahre später, ist nur sehr wenig davon verwirklicht. Es gibt eine grosse Staatseinmischung im Geistigen durch das Zuweisen von Subventionen; im Sozialen und in wirtschaftlichen Angelegenheiten, mit steigender Tendenz zur Verfestigung des Juristischen, durch einen Überfluss von regulierenden Gesetzen. Im Allgemeinen gibt es ausserdem eine einseitige Betonung des Sozial-Ökonomischen, wodurch eine starre Strukturierung die individuelle Freiheit einschränkt.

Auch innerhalb der anthroposophischen Bewegung zeigt sich, dass die Dreigliederung nur wenig zu Stande bringt, es gibt viele Unklarheiten innerhalb der verschiedenen Arbeitsverbände und der Organisation, als Folge unkollegialen Verhaltens, viel Unstimmigkeiten untereinander und oft wird das Arbeitsrecht mit Füssen getreten, alles unter dem Deckmantel des “Heiligen Gedankengutes“. Die Wenigen, die sich noch mit der Dreigliederung beschäftigen, bekommen neben dem regelmässigen organisieren der Zusammenkünfte und Kongresse auch leider nur wenig Konkretes getan. Der anthroposophische Verein selbst wird immer kleiner und zieht kaum noch Jungendliche an.(1) Auf die (karmische) Hintergründe der Vereinskultur wird in einen ander Artikel eingegangen.

Dreigliederung und Siebengliederung

Die schwache Durchsetzungskraft des Dreigliederungsgedankens hat konkrete Ursachen, die nicht oder nur selten in Betracht gezogen werden. Wenn nämlich Gedankengut, geistige Einsicht, so wie dieser Dreigliederungs-gedanken, wirksam auf Erden sein soll, kommt man als Erstes in die Lebenswelt (Ätherebene), wo das Wirkungsfeld der Formkräfte allen Phänomenen zu Grunde liegt. Hier sind organische Kräfte wirksam die das Leben ermöglichen und ihm entsprechende Form geben. Dies betrifft soziale Arbeitsprozesse und Betriebe genauso wie das Entstehen und Wachsen des Menschen, des Tieres und der Pflanze, die allerdings mehr konkret sichtbar sind. Umgekehrt zeigen sich bei menschlichen Organisationen soziale Prozesse, deren Verlauf meist vom Dreigliederungsgedanken betrachtet zu wünschen übrig lassen. Wenn man etwas von diesem Gedankengut realisieren will, dann reicht es nicht aus, dies nur darauf zu pfropfen, man hat zuerst Wirkungen und Prozesse der Organisationen zu ergründen. Und dann zeigt sich etwas ganz Anderes, nämlich dass viele ausgestaltete Organisationen wie Betriebe und Gesellschaften auf eine sechsgliedrige Weise organisiert sind, wobei in den letzten 20 Jahren in Europa eine Tendenz entstanden ist zu einem zentralen übergeordneten Beratungsorgan, womit man experimentiert, in dem alle Gliederungen einer Organisation zusammenkommen (wird auch Mitbestimmungs- oder Betriebsrat genannt). Ein Beispiel zur Initiativentwicklung durch einen Betriebsrat, ist z.B. die zeitliche Einstellung des Fliessbandes bei Volvo in Schweden, bei der die Herstellung eines einzelnen Autos durch ein Team erreicht wurde.

Durch verbesserte Zusammenarbeit in diese Richtung entsteht allmählich eine Siebengliederung innerhalb der Organisationen. Diese entsprechen der siebengliedrigen Organstruktur innerhalb des Menschen, die unsere Lebensprozesse und das dazugehörige Bewusstsein regulieren (dies sind die Milz, Leber, Galle, das Herz, die Nieren, Lungen und Schilddrüsen, wobei das Gehirn die Inhalte dieser Organe als Gedanken spiegeln kann). Dies ist auch nicht ungewöhnlich wenn eine Organisation sinnvoll arbeitet und auch der geistigen Welt gegenüber offensteht. Dann kann man Schritt für Schritt lernen wahr zu nehmen, dass eine Gruppe von Menschen die für eine bestimmte Idee stehen, inspiriert, gelenkt und begleitet werden durch ein Gruppenwesens, welches in christlich esoterischem Terminus Erzengel genannt wird. Auch dieser hat seine Organe innerhalb der Organisation.

Skizziert sind diese Organe wie folgt zu erkennen:

> Eine Person oder Gruppe von Menschen die sich mit Forschung beschäftigt, die Verbindungen legt zwischen Erkenntnis und Erfahrungen die aus der Vergangenheit kommen und durch konkrete Fragestellung und Unter- suchung Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen schaffen kann. Diese Fragen können sehr nahe liegen, nämlich im Gebiet auf dem gearbeitet wird; im Alltagsleben, im Arbeitsleben usw. In einem Betrieb gleicht dies der Forschungsabteilung. Im astrosophischen Terminus ist das die Saturn-Gliederung; in der Physiologie innerhalb des Menschen der Milzprozess.

> Eine Person oder Gruppe von Menschen die sich mit der Ideenbildung bei auftretenden Phänomenen und Prozessen innerhalb und ausserhalb der Organisation beschäftigt. Die versucht, diese Phänomene zu erklären und innerhalb der Organisation anzuwenden, wo Handlungsbedarf ist. Dies wird öfters angedeutet mit dem “Denktank” und der Planung. In einem Betrieb ist es meist die Geschäftsführung die den Kurs bestimmt und die Entschlüsse fasst. Hierzu gehören aber auch Unterrichtsaktivitäten, die sich aus den Resultaten der Forschung und der Praxis heraus entfalten. In geistigem Sinn ist dies auch das Begleiten des Schulungsweges. Im astrosophischen Terminus ist das die Jupiter-Gliederung; in der Physiologie innerhalb des Menschen der Leberprozess.

> Eine Person oder Gruppe von Menschen die Initiativen ergreifen, diese auch bei anderen Teilnehmern wachrufen. Um diese verwirklichen zu können, helfen Sie auch den Raum dafür zu schaffen oder Wege dafür zu suchen. Dies wird in Betrieben meist die Managerebene genannt. Bietet aber auch Möglichkeiten zur Entfaltung von Initiativen ( und führt nicht nur aus was aufgetragen wird).Im astrosophischen Terminus ist das die Mars-Gliederung; in der Physiologie innerhalb des Menschen der Gallenprozess.

> Eine Person oder Gruppe die die Kommunikation innerhalb der Organisation betreibt, die hilft zu Vermitteln, bei Problemen untereinander und Sorge trägt für den reibungslosen zwischen-menschlichen Austausch; die Aufzeichnungen eventueller Beschlüsse der verschiedenen Gliederungen festhält und auch die Geldströme einsichtig und transparent macht. Sie sorgt für ein gutes und gesundes Betriebsklima. In Betrieben meist repräsentiert durch die Verwaltung und das Sekretariat. Hier kann aber auch eine aktivere soziale Rolle angedacht werden, die eine Betonung auf der künstlerischen Seite hat, die den Menschen helfen kann ihre Emotionen zu erkennen,wodurch die Kommunikation einfacher verlaufen kann. Im astrosophischen Terminus ist dies die Venus-Gliederung; in der Physiologie innerhalb des Menschen der Lymphe/Nierenprozess.

> Eine Person oder Gruppe von Menschen die die Kontakte mit anderen innerhalb und ausserhalb der Organisation, zum Beispiel durch Produktverkauf, Vermittlung und Einkauf erledigen. Begegnungen begleiten und für einen reibungslosen Informationsstrom sorgen. Hier werden die Kontakte innerhalb eines sozialen und ökonomischen Netzes unterhalten. In Betrieben wird dies meist vom Ein- und Verkauf, wie auch von der Marketing- und Werbeabteilung (PR) abgedeckt.
Im astrosophischen Terminus ist das die Merkur-Gliederung; in der Physiologie innerhalb des Menschen der Lungenprozess.

> Verschiedene Einheiten der Produktion; das können Initiativen innerhalb dieses Organisationsverbundes sein, die eine Ware produzieren (die ‘Arbeitsstelle’); Privatinitiativen, Betriebe, Kooperationen, aber auch Haushalte, Familien, Wohngruppen, damit diese mit gleichberechtigter Sorgfalt im ökonomischen Leben stehen. Also Produzent und Konsument zusammen. Im astrosophischen Terminus ist das die Mond-Gliederung; in der Physiologie innerhalb des Menschen die Bauchspeicheldrüse und die Fortpflanzungsorgane.

Neu hierbei ist das im Zentrum stehende Beratungsorgan:
> Eine Ebene worin Vertreter aller sechs anderen Gliederungen sitzen; hier “klingt” was in den einzelnen Organen lebt, es werden Entschlüsse geformt und Richtungen bestimmt. In einem Betrieb wird dies meist Betriebsrat genannt; und ungeachtet dessen was hier klingen darf, was in den verschiedenen Gliederungen lebt, hat heutzutage hauptsächlich die Direktion, eventuell auch Kreise der Aufsichtsräte und Aktieninhaber, die ausschlaggebende Stimme bei den Beschlüssen. Dies muss sich verändern. Im astrosophischen Terminus ist dies das Sonnenorgan, in der Physiologie innerhalb des Menschen das Herz.

So entsteht von den Organen aus betrachtet ein klares Bild einer organischen Dreigliederung, vorausgesetzt dass man den Sinn erfahren, und auch damit arbeiten will (siehe Grafik 1; vergleiche auch mit Grafik 2).

Dieses kann ein sozial atmendes Ganzes werden, mit dem einerseits mehr auf das Geistige gerichteten Bereich, Forschung und Ideenbildung (ein mehr innerliches Geschehen); andererseits der Bereich der für ein gesundes inneres Klima sorgt, wo Begegnungen stattfinden können; verbunden mit dem ganz in der Mitte stehenden Zentralorgan (Begegnung, Austausch und Beratung, auch mit Organisationsformen ausserhalb das Verbandes). Und der mehr ökonomische bzw. wirtschaftliche Bereich, der die Kontakte mit der Umwelt und anderen Initiativen und Arbeitsverbänden aber auch die Produktion, die mit der Aussenwelt Verbindung hält, bildet (auch Kurse und Dienst-leistungen sind Produkte). Dies kann ein mehr auf den Geist gerichtetes Ganzes werden, wenn das Zentralorgan mehr und mehr selbständig wird und auf die Dauer die Aufgaben der Direktion übernimmt – dafür gibt es schon unter-schiedliche gesellschaftliche Signale. Hier soll angestrebt werden, dass die anteiligen Vertreter ein vollständig gleichwertiges Stimmrecht erhalten. Hier soll zum Ausdruck kommen, was in den einzelnen Gliederungen wirklich lebt; in einige Fällen sollten hier wichtige Entschlüsse gefasst werden, oder auch reifen können. Wenn man sich auf den begleitenden Erzengel einlässt und Vertrauen untereinander entwickeln lernt, können auf die Dauer einzelne Gliederungen eine eigene Beschlussbefugnis bekommen (Mandate), vorausgesetzt das dadurch die anderen Gliederungen nicht direkt benachteiligt werden. Mögliche benachteiligende Beschlüsse sollten dann besser zusammen gemacht werden.

Dieses Zentralorgan wird von einer oder mehreren Personen eines jeden Bereiches (oder Organes) geformt.

Grafik 1. Die Siebengliederung innerhalb einer Organisation,
gegliedert nach drei konzentrisch geordneten Bereichen (Dreigliederung).
Im inneren Zentrum das ‘Herz-oder Sonnenorgan’.

Hier prallt man selbstverständlich im Gesellschaftsleben auf so manches praktische Problem, denn das ökonomische Leben ist durchzogen von den Bedürfnissen, Trieben und Wünschen von sowohl den Produzierenden als auch den Konsumierenden, man ist also von der Selbstlosigkeit weit entfernt. Brüderlichkeit sollte erstrebenswert sein, ist aber bis heute leider kaum erreicht. (2) Heutzutage sind Betriebe oft barbarisch in ihrem Kampf ums Dasein, beinahe alles ist gestattet um zu expandieren, entgegen menschlichen Werten und Normen. Ein Streben nach intensiver Zusammenarbeit zwischen Betrieben ist erst keimhaft anwesend. Alles deutet darauf hin, dass das soziale Leben nur dann neu organisiert werden kann, wenn mehr und mehr Menschen beginnen ihre individuelle Entwicklung wieder ernst zu nehmen. Das bedeutet auch sich Selbst und Andere als sich entwickelnde Geistträger zu erkennen und danach mit Verständnis zu handeln. Dann bieten sich allmählich wiederum Möglichkeiten mit begleitenden Engelwesen in Kontakt zu treten, gerade auch bei Organisationen.

Eine so einsichtig gemachte Dreigliederung durch die Siebengliederung hindurch ist ausdehnbar auf alle Ebenen des Zusammenlebens. Vorallem wenn die Politik das Feld von Begegnung und sozial-gesellschaftlichen Bereichen wird und nicht so sehr von Gesetzesgebung. Gesundes Vertrauen muss wieder in geistige Entwicklung und Begleitung entstehen, wodurch wegweisend sinnvolle Richtungen eingeschlagen, und nicht durch überwiegend wirtschaftliche Interessen bestimmt werden. Ein so gegliedertes Zusammenleben kann wie folgt aussehen:


Um dieses erreichen zu können, sollte:

- individuelle Entwicklung wieder zum Bildungsprinzip werden. (3) Auf dem geistigen Gebiet heisst dies das Respektieren der Freiheit des Menschen um eigene Wege zu wählen; unter anderem Freiheit von Meinungs-äusserung, Unterricht, Heilkunst etc. Konkret sollte es sich so auswirken, dass ganz andere Kunst- und Wissenschaftsbetätigungen aufblühen und umgekehrt viele der heutigen Professoren überflüssig wären.
- Politik zum gleichwertigen Begegnungsfeld werden, nicht der Boden für Lobbys und Interessengemeinschaften. Dies beinhaltet eine Verstärkung der Grundrechte auf dem Gebiet von Umwelt, Sicherheit, Fürsorge, Ausbildung und Einkommen, zur gleichen Zeit Verabschiedung von inhaltlich zu einschränkender Gesetzgebung und damit die Rolle des Staates im Privatleben der Bürger. (4)
- das wirtschaftliche Leben Schritt für Schritt altruistisch gemacht werden. Das soll, obwohl nicht einfach zu realisieren, beinhalten:
* das Enteignen von Grund und Produktionsmitteln, womit die Entwertung des Geldes verbunden ist, dies nicht im Sinne von Marx (Verstaatlichung), aber die Dinge so zu regeln dass man zum Beispiel Grund verwaltet und keine absoluten wirtschaftlichen Rechte mehr davon ableiten kann.
* Verstärkte Vereinigungen zwischen Gruppen oder Einheiten von Produktion und Konsumption.
Das Letzte könnte stark zur Vermeidung unserer Umweltverschmutzung beitragen (nicht jeder braucht eine eigene Waschmachine, TV, Auto usw.).

Es ist wichtig sich zu realisieren dass die Dreigliederung zusammen wirksam ist und keine der Gliederungen für sich alleine steht. Zum Beispiel: die Stärkung der Grundrechte ist doch eine Bedingung für die Konkretisierung der Wahlfreiheit und die Förderung von wirtschaftlichen Zusammenarbeitsformen.

Bezüglich zu dem was oben über die Siebengliederung gesagt wurde: es ist und bleibt charakteristisch, dass die heutige Führung von grossen Menschengruppen durch eine Elite, die sich hauptsächlich selbst aufrecht erhält, in Frage gestellt werden muß. Gerade desshalb müssen wir lernen, innerhalb der sozialen Verbände in denen sich jeder mehr oder weniger befindet, mehr Bewusstsein an den Tag zu legen.

Kelch oben: Geistimpuls
Mitten: Begegnung im Sozialen
Unten: Ungeformter Wille strebt zum Licht empor

Grafik 2: Das Geistige durch die Welt des Sozialen

 

Karma, ”das heisse Eisen”

Hier beschriebene Zusammenarbeitsverbände haben eine grosse Kraft in sich, vorallem wenn daraus Netzwerke entstehen, die der heutigen Demokratie einerseits und wahrscheinlich auch vielen anderen auf den Geist gerichteten Organisationen andererseits wieder neues Leben einhauchen. In gewissem Sinne muß heute wieder an der Basis angefangen werden und Überlegungen aus dem Herzen heraus geformt werden. Das allumfassende Wesen von “Sophia”, das mehr und mehr zerbröckelt, durch das im Kern meist der Geist verschwindet, kann dann wieder durch gegliederte Lebenskräfte von unten her, genährt durch persönliche Initiativen zum Leben erweckt werden und mit der Arbeit im Irdischen aufs neue organisiert und realisiert werden. Auch wirkt die Schaffung von Arbeitsverbänden, worin jeder innerhalb einer organischen Gliederung seiner eigenen Initiative Form geben kann und darf, stark Karma-ordnend, sodass man alleine von dieser Sicht heraus versuchen sollte solche Arbeitsformen zu stimmulieren. Auch verhindert man durch ganz neue Organisationsformen, mit einer stärkeren Betonung auf einer ideellen bewusstseins-weckenden Grundlage, dass die Institutionalisierung durchschlägt, bei der das menschliche Verhalten in die Enge getrieben wird. Der Engel wird gezwungen auf eine Weise zu funktionieren, die ihm ursprünglich nicht zu eigen ist. Dies geschieht tatsächlich sehr oft, der ursprüngliche Impuls einer Organisation verschwindet dann ganz und gar aus dem Sichtfeld.

Warum wurde dies durch die Anthroposophen nicht gesehen? Wahrscheinlich, weil Rudolf Steiners Schulungsmethoden primär die Seele auf den Geist richten, nicht den Geist auf das Leben und die Substanz. Die zugrundeliegende Phänomenologie von Goethe besteht aus vier Schritten, das sind die Wahrnehmung der Phänomene; diese in sich zum Leben zu bringen und wie ein Urbild werden zu lassen; als nächstes die innere Führung darin erkennen; und schliesslich den Sinn davon als Willensimpuls wahrzunehmen. Meistens werden nur die ersten zwei Schritte geübt und ausgeführt, diese führen zur Imagination (Bildbewusstsein), wozu auch Steiners Schulungs-methoden ausserordentlich gut geeignet sind. Die zwei Letzten führen zur Inspiration (klares Fühlen) und Intuition (klares Wollen), diese waren zu Steiners Zeit noch nicht direkt zugänglich. Aber seit der Kreuzigung von Christus in der Ätherwelt von 1942 sind diese Wege nun durch das Herz hindurch möglich geworden. (5) Die anthroposophische Bewegung hat leider wenig Antwort darauf, trotz vieler Fragen von meistens jüngeren Menschen, da vieles konsolidiert und weinig weiterentwickelt ist seit Steiners Tod.

Es liegt noch eine andere Ursache zu Grunde, dass höhergestellte Wesen die im sozialen Gebiet begleitend arbeiten, nicht gesehen werden. Rudolf Steiner hatte seine Inspirationen zum grossen Teil von Anthroposophia die stark unter dem Einfluss vom Erzengel Michael steht, sie versucht die allumfassende Weisheit jedem Menschen zu bringen (allüberspannende Mutter Sophia, oder Heiliger Geist). Ein anderer Erzengel, Uriel oder Orifiel, hat sich diesem widersetzt, denn er fand dass jeder Mensch sich seine eigene individuelle Weisheit erobern bzw. sich zueigen machen sollte. Dies durch das Tun und auch das Scheitern, um so aus der Erfahrung zu lernen (lehnt man es ab sich diese Weisheit eigen zu machen, dann steht Uriel für den Tod und die Zerstörung, wird zum Todesengel, der mit seiner Sense Zwietracht und Krieg sät). Dies bedeutet im menschlichen Ermessen das Streben, mit Schicksalsgenossen etwas zusammen zu unternehmen und im Tun, auch mit Fallen und Aufstehen, Geisteseinsicht wirksam zu machen und daran zu wachsen. Das ist etwas anderes als von gegebenen Geisteseinsichten sein Dasein zu leben. Das heisst, dass man schliesslich nur das als Wahrheit verkünden soll, was durchlebt ist, nicht was aus dem Mund eines Anderen kommt. Tut man dies aus innerer Einsicht, dann wird viel Streit vermieden, denn man kann ohne sich angegriffen zu fühlen, anderen zuhören die Einsichten und Dinge erworben haben in welche man sich selbst noch nicht hineinbegeben hat.

Da sich anfänglich innerhalb der anthroposophischen Bewegung mehrere geistige Strömungen vereint haben (es handelte sich ja um die neuen Mysterien, nicht nur um eines), dann durch internen Streit einige davon abseits gestellt wurden, gab es kein Gehör für Erneuerung und Veränderung innerhalb der Gesellschaft. Auch weil die allgemeine anthroposophische Gesellschaft nicht bereit ist nach den wirklichen Folgen von Karma zu schauen. (6) Dieser Streit im Sozialen ist auch die Ursache warum die Dreigliederung keinen Anschluss fand und sich nicht völlig und adequat an den wirtschaftlichen Entwicklungen dieser Zeit profilieren konnte. Steiner selbst sagte noch, dass Anthroposophen am Ende des 20. Jahrhunderts eigentlich nichts anders zu tun bräuchten als ihr eigenes Karma in Ordnung zu bringen.(7)

Doch liegt hier eine grosse Hoffnung für die Zukunft, weil es beabsichtigt ist, dass Michael sich auf dem Altar von Uriel opfert, durch den Menschen hindurch, wodurch er erlöst werden kann von irdischen Beschäftigungen und eine ausserkosmische Aufgabe bekommen kann, zur Vorbereitung auf neue kosmisch-irdische Entwicklungen. Dieses feste Vertrauen auf das was im Menschen steckt, und schliesslich in jeweils einzigartiger Weise zur Entfaltung kommen kann, hilft schliesslich alle Spannungen die das Zusammenarbeiten mit sich bringt, zu überwinden.

Über den Autor

Nicolaas de Jong (1956,Bergen, Nord-Holland) gründer von der Initiativ ‘Jaspis Schule’, gibt Workshops in denen mit Hilfe des Modellierens und / oder durch Musik die Siebengliederung besser erlebbar und einsichtiger gemacht wird. Daneben macht er selber Musikinstrumente und gibt er u.a. in verschiedene Länder Kurse in Landschaftsarbeit mit Elementarwesen, wobei der von Sternen-und Planetenwirkungen abgeleitete Musik (Astrophonie) sehr gute möglichkeiten bietet um die Etherwelt zu betreten.

Erschienen in Deutschland in Lazarus, nr.3 2002, ursprunglich erschienen in BRUISVAT, Sommer 2001, No. 5.

Anmerkungen

(1) Weltweit gibt es ungefähr 50.000 Mitglieder der Anthroposophischen Vereinigung; von diesen sind 1,5 % jünger als 30 Jahre. Die Hälfte der Mitglieder ist zwischen 40 – 60 Jahre alt. Deutschland zählt die meisten Mitglieder (21.000), aber auch die Ältesten; 22 % ist 70+ (siehe Antroposophy Worldwide, Sommer 1999, E. Bakker und A.Nijeboer).
(2) Ausführlichere Ausarbeitungen in meinem Buch ‘Wissenschaft Anders’, Kapitel Ekonomie, Rune-Ausgabe 1999. Darin werden hier skizzierte Gesichtpunkte im Lichte der 12-Gliederung betrachtet, fundiert auf den Zeichen des Tierkreises.
(3) Man könnte auch sagen; Einweihung als Zivilisationsprinzip: Dies war bis ins Altertum hinein so, es war ein selbstverständlicher Teil der Kultur dass Menschen in den unterschiedlichsten Mysterientempeln geschult wurden. Damals war es allerdings mehr eine elitäre Angelegenheit. Man wurde ausgewählt oder für geeignet befunden gewisse Einweihungsstufen durch-zumachen. Eine altes Erbe hiervon ist im Universitätswesen zu finden; ein Doktorand stellt mehr dar, ein Doktor eben noch mehr usw. Die Titel ermöglichen Zugang zu mehr gesellschaftlichen Einfluss. Was hier allerdings gemeint ist, ist die Suche nach völlig neuen Entwicklungsgrundlagen für jeden Menschen und sicherlich auch keine auferlegte einseitige lebenslange Schulung, so wie das heute für den ‘Arbeitsmarkt’ proklamiert wird.
(4) Im Konkretem beinhaltet dies einerseits eine Kräftigung der Demokratie und im besonderen mehr Möglichkeiten der Volks-abstimmung, bei bestimmten Themen. Andererseits auch eine Beschränkung: man kann nicht überall nur das Mehrheitsprinzip anwenden.
(5) Christus repräsentiert die Ich-Kraft des Menschen und ist gleichzeitig ein selbständiges Wesen. Von der Anthroposophie heraus betrachtet ist es seit Christus Tod und Auferstehung rund dem Jahr 0 für jeden Menschen allmählich möglich geworden sein eigenes Ich im Innersten zu finden. Die erwähnten Ereignisse im 20. Jahrhundert beschreibt Jesaiah Ben Aharon in dem Buch ‘Das spirituelle Ereignis des 20. Jahrhunderts – Eine Imagination’(Verlag am Goetheanum, 1993). Bezeichnend ist, dass nun für jeden Menschen, durch den Erhaltung des Ich-Bewusstseins, die Möglichkeit besteht in der Ätherwelt (Lebenswelt) wahrzunehmen und zu handeln. Konkret: Man kann jetzt lernen mehr mit seinem Gefühl als Wahrnemungsorgan gerichtet zu hantieren, ohne nach jeder Seite hin und her geworfen zu werden.
(6) Anstatt sich wach gegenüber Hitler zu stellen, hielt eine Mehrheit der AV in 1935 es für notwendig um manche von Rudolf Steiners engsten Mitarbeitern auszuschliessen, gleichzeitig die vollzähligen englischen und niederländischen Vereine. Das Alltagsgeschehen wurde formell wiederhergestellt und der Zentralismus stellte sich dann stetig ein; bis auf heute ist das altmodische Autoritätsprinzip noch aufrecht erhalten. Ausführlich kann man in Nicolaas de Jongs Buch ‘Esoterisches Christentum bis Heute’, Rune-Ausgabe 1998 darüber lesen (wird in Deutsch übersetzt).
(7) Zu finden in der letzten Serie der Karmavorträge, 8 August 1924

Bruisvat 5, Sommer 2001 - Auf Deutsch publiziert in Lazarus, No. 3, 2002.

Zurück nach oben


Bruisvat Nr. 7 Frühjahr-Sommer 2002


Von der Mutter zum Tröster – und weiter ?

Mysterien des Heiligen Geistes

Von Nicolaas de Jong


Es gibt viel Unklarheit über den Zusammenhang des Heiligen Geistes mit der Mutter in der Erde, Sophia und Anthroposophia. Im weiteren sind einige Grundzüge Ihres Wirkens aufgezeigt, namentlich der Trägerinnen des Mutterimpulses, was ein Ergebnis der Karma-forschung und Arbeit in den unterirdischen Sphären durch den Autor ist. Nicolaas de Jong hat sich schon mehrere Jahre mit dieser Forschung als ein Nebenzweig seiner astrosophischen Praxis damit beschäftigt und auch in einer Landschaftsarbeit mit den sogenannten Devas, den Engeln der Mutter. Daneben macht er Arbeit in den neun unterirdischen Sphären in Bezug auf heilende Wirkungen in ehemaligen KZ-Lagern, worüber schon ein Artikel im Lazarus 2-05 erschienen ist.


Die Aufgabe der Mutter

In den Nag Hammadi Schriften (1) wird angegeben, dass die Urmutter Sophia ein Wesen aus der 21sten Hierarchie von Geistwesen ist, beginnend beim Vater (2), der der Urgrund alles Bestehenden ist. Ohne dass ihre männliche Hälfte es wusste, brachte sie ein Wesen hervor, das zwar ihre Kräfte hatte, aber nicht ihr Bewusstsein. Dieses Wesen, Ialdabaoth (auch Satan/Ahriman genannt), hat zusammen mit seinen sieben Helfern, den sogenannten Archonten, unseren Kosmos aus den Kräften seiner Mutter mit allen darin wirksamen Wesen und Erscheinungen geschaffen, jedoch als verdunkelte Absplitterung des Vatergrundes, denn Sein Licht strömte hier nicht mehr hindurch. Diese Urmutter Sophia (von unserem Kosmos) war über diese Tat und ihren Sohn traurig, fühlte sich geschwächt, denn ihr Sohn saugte alle ihre Kräfte aus ihr heraus, um seine Welt zu schaffen, so dass sie auch nicht mehr zu den höheren Welten aufschauen konnte.

Nach einer langen Zeit hatte Gott, der Vater, Mitleid mit ihr bekommen und hat, um sie zu erlösen und damit unseren Kosmos zum Guten zu wenden (d.h. zur Entwicklung zu bringen), uns Seinen Sohn gegeben. Gleichzeitig hat er durch alle Welten klingen lassen „Es gibt den Menschen“, was auch Ialdabaoth aufgefangen hat, der daraufhin ein Wesen durch seine Archonten machen ließ, das sie ehren sollte. Damit gingen sie daran, den Menschen zu machen, aber durch das Wirken des Sohnes, dem „Ich bin“ lebt ein Keim für die Entwicklung und Selbständigkeit in jedem Menschen (im Prinzip), das nicht den Archonten, sondern dem höchsten Gott gehorchen und der sich zur Umformung des finsteren Reiches entwickeln kann, das eine Abspaltung des Vatergrundes war. Die Mutter Sophia, d.h. der Geist innerhalb des durch Ialdabaoth geschaffenen Kosmos, hat einen Funken ihres Lichtes in uns entzündet (sie stammte von Barbelo, dem Urmuttergrund, der reiner Geist und eine Emanation des Vaters ist, Sein verwirklichtes Wesen im Geistigen (3)); es ist jener Teil unseres Seelenleibes, worin sich unser Ich spiegelt und bewusst wird. Sie sah jedoch, dass die Menschen sie nicht als seinen wahren Geist erkennen konnten, verfinstert wie sie dadurch waren, dass sie von den Archonten geschaffen waren (obwohl doch nach dem Urbild des Vaters). Darum hat sie sich hinter den Schleiern der Erscheinungen zurückgezogen und wartet bis der individuelle Mensch diese Schleier zu durchblicken weiß und sie als den wahren oder Heiligen Geist erkennt (dies ist in der Isis-Legende aus dem alten Ägypten bewahrt).

Schließlich hat sie ihren Thron in den tiefsten, unterirdischen Schichten aufgerichtet (4), dort wo ein Gegenseraphim zur Hass und schwarze Magie inspiriert, wo aber gleichzeitig die Pforte zum Himmlischen Shamballa ist, das Reich des kommenden Neuen Jerusalem (die Jupiter-Phase der Erde), woran jeder Mensch arbeitet, der in seinen Taten das Gute bekennt und erstrebt (5). Sie wartet bis der Mensch diese Schleier Stück für Stück durchlichtet hat, um Ihren wahren Geist zu zeigen und um den individuellen Menschen zurück zu seinem Urvatergrund zu führen. Folglich hat ein Mensch, der sie findet, schon energisch daran gearbeitet, um die Schleier der Finsternis umzuformen und mit der Keimkraft des Sohnes in sich zu durchlichten, (das biblische „Siehe, ich mache alles neu“). Das Geheimnisvolle hinter dieser dunklen Welt von Materie und Kräften, die für unser heutiges Wachbewusstsein unzugänglich ist, aber doch aus sich selbst nach dem Urbild des Vaters geschaffen und demnach die manifestierte, verzerrte Vaterwelt darstellt, ist, dass wir die Mutter nur durch die Kräfte des Sohnes finden können, somit durch das „Ich bin“, aber dann in seinem schaffenden Aspekt. Das heißt: Erst tun in den Lebens-Arbeitswelten und dann erst wahrnehmen können (6), weil wir mit dem bewussten Tun eine Schicht Seelenbewusstseinssubstanz (die Muttersubstanz ist) über diese Tat legen; die Tat ist immer eine Geste in der Lebenswelt, die in sich selbst für unser Bewusstsein dunkel ist. Dies wird in der griechischen Mythologie das Goldene Vlies genannt. Durch den Sohn, den „Menschensohn“ in uns zu entwickeln, können wir eben zu dem Vater und der Mutter kommen, d.h. unseren Geist stark machend, damit er sich einleben und in den Lebenswelten schaffen kann, die hinter dem Physischen liegen und diese unterhalten (was zu Inspiration und Intuition führt). Wenn wir nämlich mit unserem Geist innere Bilder schaffen, somit imaginative Qualitäten in uns wecken, die das Denken zum Bildbewusstsein machen können, sind wir in der Kraft von Mutter Sophia tätig, aber sind noch nicht bei ihr, genauso wenig wie bei dem Sohn oder dem Vater; wir nehmen ihre Auswirkungen von aussen wahr. Es gibt uns den erste Fähigkeiten der Wahrnehmung von und in dem Geistigen.

Forschung nach der Mutter hängt somit eng zusammen mit Forschung nach dem Sohn (7).
Was dies betrifft, sind die Bemerkungen von Christus auf eine Frage von den Jüngern relevant, dass, wo er hinginge, sie noch nicht mitkommen könnten, aber dass er für sie den Tröster, den Geist der Wahrheit oder auch den Heiligen Geist senden werde, der aus dem Vatergrund komme und der sie lehren werde. Gleichzeitig wird Christus für sie einen Platz bereiten, so dass sie durch Ihn den Weg dahin in die geistigen Welten finden können (8).
Daneben macht dieser Ausspruch einsichtig, dass dem, der gegen den Vater oder den Sohn sündigt, vergeben werden kann, aber nicht dem, der gegen den Heiligen Geist sündigt; nicht auf der Erde und auch nicht im Himmel. Der tut nämlich Unrecht an seinem eigenem Geistkeim, seinem Entwicklungswesen, und behindert damit ausser seiner eigenen Entwicklungs-möglichkeit auch jene der Erde und des Kosmos. Bewusstsein über Vater und Sohn sind anfänglich wenig durchlichtet, und Urteile darüber können somit auch nicht wirklich übel genommen werden.


Trägerinnen des Mutterimpulses

Die Karmaforschung Rudolf Steiners hat hervorgebracht, dass es neben zwei Jesusknaben drei Trägerinnen des Sophia-Impulses gibt, die jede eine bestimmte Aufgabe für diese in verschiedenen Erdenleben ausführt. Während der Ereignisse in Palästina am Beginn der Zeitrechnung waren sie alle drei anwesend und haben eine Rolle um das Leben des Jesus Christus herum gespielt. Es gab die Mutter des Königskindes Jesus (aus der salomonischen Linie des David abstammend; s. Kapitel 1 des Matthäus-Evangeliums), die verheiratet war mit einem alten Mann und in Jerusalem wohnte (das ist jenes Paar, das auf der Flucht vor Herodes nach Ägypten zog, so dass dieses Jesuskind alle bis dahin vorhandenen Mysterienweisheiten in sich aufnahm; später ziehen sie wieder nach Jerusalem). Diese Maria war einst Eva gewesen und hat seit dieser Zeit (die vierte lemurische Kulturperiode (9)) viele Leben auf der Erde durchgemacht. Eines dieser Leben war das des chinesischen Philosophen Lao Tse, der Autor des Buches Tao Te King, worin ein Weg durch das Tao angegeben wird; der Weg durch die Tau oder auch die Lebenswelt, die sich durch das wässrige Element ausdrückt (10). Damit wird der Denkaspekt der Sophia in dieser Eva deutlich. Das durch sie getragene Jesuskind trägt das Ich, den Geistkeim des großen persischen Eingeweihten Zarathustra.
Die zweite Maria, in Nazareth wohnend, war die Mutter des Jesuskindes, das aus der nathanischen Linie von David abstammte (siehe den anderen Stammbaum im Lukas-Evangelium, Kapitel 3, der auf Adam zurückgeht), und das durch die Hirten in Bethlehem verehrt wurde. Diese Maria trug jenen Teil der Sophia, der noch kein Leben auf der Erde durchgemacht hatte und als reine Seele zurückgeblieben war, um hier das erste Mal zu inkarnieren. Durch sie kommt der reine Gefühlsaspekt der Mutter Sophia zum Ausdruck.

Ein besonderer Zusammenhang in den Ereignissen tritt folgendermaßen auf: Das erste Jesuskind, das die eigentliche Hoffnung der Messias zu werden, verkörperte (er war derjenige, der von den drei Königen beschenkt wurde), stirbt jung, wobei sein Geistkeim, sein Ich, in den anderen, später geborenen Jesus überging (dieser hat keinen eigenen Geistkeim, wird aber von Gauthama Buddha umhüllt). Dies geschah, als er zwölf Jahre alt war, wie in seinen Aufsehen erregenden Tempelpredigten erkennbar ist. Maria, die Mutter des zweiten Jesuskindes stirbt auch jung und der alte Mann Josef, Vater des ersten Jesuskindes, stirbt auch bald darauf. Es geschah nun, dass die beiden halben Familien sich zusammentaten und in Nazareth wohnten, weil Jerusalem zu gefährlich war angesichts der Bedrohung, die von Herodes und den Römern ausging (11).
Die dritte Maria, Maria Magdalena, war die Schwester von Lazarus/Johannes und von Martha. Sie war neben Schülerin auch die Frau des späteren Christus, der in Jesus inkorporierte (während der letzten drei Jahre seines Lebens)(12). Ihre Inkarnationslinie geht zurück zur ersten Tochter Adams und Evas, Norea; diese wird durch die Gegenmächte, die Archonten, in die Finsternis versetzt, kann aber da durch den Schutz der Mutter Sophia gut gegen ankommen (13) In diesem Licht wird es begreiflich, warum Christus erst sieben Geister aus ihr austreibt; sie ist in die Finsternis geworfen, d.h. dorthin, wo der Tätigkeitsbereich des Lebens ist, worin unser (für das Bewusstsein dunkler) Wille webt und lebt. Diese Austreibung ist somit für Maria Magdalena gleichzeitig ihre Einweihung. Hieran wird auf einmal deutlich, dass diese Maria den Willensaspekt der Mutter Sophia verkörpert; etwas, das durch die heutige Kultur der Bewusstseinsseele und danach mehr und mehr nach aussen kommen wird. Dies ist wieder ein anderer Aspekt der Mutter. Ich will mich hier jedoch auf die anderen beiden konzentrieren, die zusammen bis in die jüngste Geschichte hinein eine bedeutsame Rolle gespielt haben.


Rund um die Jordantaufe

In seinen Vorträgen über das fünfte Evangelium (14) beschreibt Rudolf Steiner wie Jesus, der inzwischen die Zimmerei von seinem Vater übernommen hat, in seinem dreißigsten Lebensjahr nach einer langen Wanderung durch verschiedene Dörfer und Höfe, wo er gearbeitet hatte, nach Hause kommt. Er ist dabei sehr missmutig und seine Mutter Maria (die schon oft inkarnierte Eva, die in diesem Jesus das Ich ihres Sohnes kennt und sich darum zutiefst mit ihm verbunden fühlt) fragt ihn, was mit ihm los sei. Jesus hat all das Leid der Menschen gesehen und auch die Dämonen, die in die Mysterienstätten eingezogen sind und er überträgt dieses Leid nun durch seine Worte auf seine Mutter. Durch die Intensität, durch die dies geschieht und mit der es empfangen wird, überträgt Jesus seinen Geist (der Geist von Zarathustra) an Maria, währdend das Ich, der Geist dieser Eva-Maria, aus ihr verschwindet; dieser verbindet sich daraufhin mit der Seele und dem Geist der schon verstorbenen Maria (15). Sie verfolgen dicht aus der geistigen Welt die weiteren Ereignisse um ihren Sohn. Jesus läuft daraufhin einige Tage ichlos herum, als eine Art Zombie (seine Brüder denken, dass er nun völlig durchgedreht sei) und als er daraufhin im Jordan von Johannes getauft wurde, geht Christus in diesen Körper hinein und übernimmt ihn. Die weitere Geschichte von Christus´ Wirken und Leiden ist bekannt und das übergehe ich hier, um den Blick auf die Pfingstversammlung zu richten, wo über den Häuptern der Jünger Flammenzungen schwebten und sie alle Sprachen sprechen konnten. Dies wird als Ausströmung des Heiligen Geistes über sie wiedergegeben. Nun war dabei auch Mutter Maria anwesend, d.h. das Ich von Jesus, eng verbunden mit den zwei Eva-Marias in der geistigen Welt, weil dieses Ich in die Seele von Eva-Maria gehüllt war. Es sind genau diese beiden, die die Vermittlerinnen des Ausströmens des Heiligen Geistes über die Anwesenden sind. Auch Maria Magdalena ist dabei anwesend, aber sie scheint bezüglich dieses Ausströmens nicht eine so große Rolle gespielt zu haben. Wohl konnte sie die Jünger vorher über das weitere Schicksal von ihnen und dem Christus beruhigen.

 

Kaspar Hauser und Anthroposophia

Für das gemeinsame Wirken der beiden Marien muss ich nun einen schnellen Zeitsprung machen. Des öfteren wurde gedacht, dass sie in der Gralsburg von König Amfortas eine bedeutsame Rolle gespielt haben, aber diese ganzen Ereignisse um Parzifal haben sich kaum physisch auf der Erde abgespielt (dies wird wenig zur Kenntnis genommen); es ging dabei um eine Gruppe von Rittern und Jungfrauen, die, indem sie eine irdisches Ritual vollzogen, eine Verbindung, mit einer geistigen Kolonie herstellte, die das Wissen vom Gral trug. Es ging hierbei gerade darum, dass Parzifal lernte sich zum Geist zu erheben und so lernte, den Gral nach unten hin zu halten, ihn mit der Erde zu verbinden, ihn zu erobern, indem er selbst Mitleid entwickelte (16). In dieser Geistkolonie war vor allem, die bis dahin wenig inkarnierte Eva-Maria aktiv.

Kaspar Hauser (1830).

Ihr erstes wirkliches Zusammenwirken im Physischen auf der Erde
war in Kaspar Hauser (1812-1833). Dieser Junge kam als 13-jähriger in Nürnberg das erste Mal vor die Menschen. Davor war er in einem Raum zwischen zwei Vertiefungen eingesperrt gewesen, nur am Leben gehalten durch eine Luke, ohne menschlichen Kontakt genossen zu haben. Er musste lernen zu laufen, zu sprechen, zu schreiben (ein für ihn befremdliches Tun in der Menschenwelt) und andere grundlegende Geschicklichkeiten und so ist man Schritt für Schritt hinter seine Geschichte gekommen. Er war vermutlich der Kronprinz eines führenden, deutschen Fürstenhauses, der gekidnappt und eingesperrt wurde, so dass er nicht sein Werk für die Menschheit tun konnte. Aus diesem Grund ist er auch später in seinem jungen Leben ermordet worden. Tatsächlich hat er gerade durch sein Eingesperrtsein (kulminierend in der Art wie er in den Tod gegangen ist; er hat drei Tage überlebt bis die Messerstiche in seinem Herzen tödlich wirkten) sein Werk tun können, nämlich das erste menschliche Geistesglied, Geistselbst genannt, zu entwickeln. Das meint die Bildekraft, um frei vom Körperlichen die Gedanken zu lebendigen Wirklichkeiten zu machen. Dies ist in der Gefangenschaft geschehen. Rudolf Steiner sagt Verschiedenes über diesen Kaspar Hauser. Es war ein einmaliges Ereignis, dass er in dieser Art inkarnierte. Wäre er nicht gewesen, hätten wir keine geistige Entwicklung machen können. Dass es dabei um die erste Inkarnation eines Wesens geht, ist überhaupt ausgeschlossen, denn er konnte in sehr kurzer Zeit den Rückstand aufholen, für den ein normaler Mensch viel länger braucht, um das zu schaffen, geschweige denn ihn aufzuholen. Er brachte somit die notwendigen Talente und Fähigkeiten mit, die nur in früheren Erdenleben aufgebaut worden sein können. Der einmalige Charakter liegt nach meiner Karmaforschung darin, dass die bereits viele Male inkarnierte Eva-Maria in dem Körper von Kaspar Hauser wohnte, während die andere, weniger inkarnierte Eva-Maria die Verbindung zum Geistigen herstellte und beide so das Geistselbst, die imaginative Fähigkeit in der menschlichen Seele einprägen konnten (17). Mit diesem Geistesglied können wir den Heiligen Geist, die Welt der
Heiligen Geist.

Johanna von Keyserlinck (ca. 1924).

Ihr folgendes gemeinsames Wirken im Auftrag der Mutter war ihr Einsatz für die Anthroposophie. Christus hat vor seinem Kreuzweg gesagt, dass Er den Menschen einen Platz bereiten wird, wo sie anfangs nicht hin kommen können, aber dass er ihnen den Heiligen Geist senden werde, damit sie den Platz sehen und finden können. Im Schulungsweg, den Rudolf Steiner ausgearbeitet hat, ist das möglich geworden. Sein wichtigster Auftrag entsprechend seinen Worten war seine Schüler vom Verstand weg hin zum Geistigen zu führen durch die Seele. Das tut man, wenn man mit dem Ich formend in der Seele beginnt tätig zu werden; diese wird dann zum Geistselbst oder imaginativem Bewusstsein. Die Schulungsmethoden sind so, dass der Heilige Geist nicht gegeben wird, sondern dass man sich dazu selbstumformend einen Weg suchen und bahnen kann, wobei man lernt, die Schleier der physischen Welt in ihrem wirklichen, geistoffenbarenden Charakter zu lichten (die Idee, die hinter den Erscheinungen steht, sehen lernt). Nun hat Rudolf Steiner seine Werk tun können, weil er sehr eng mit Gräfin Johanna von Keyserlingk zusammenarbeitete. Diese nahm zu einem bestimmten Zeitpunkt Anthroposophia als ein Wesen um Rudolf Steiner herum wahr, was er auch bestätigte. Nun zeigt sich in Johanna von Keyserlingk, dass sie die schon viele Male reinkarnierte Eva-Maria war, die in der Anthroposophia die andere Eva-Maria erkannte, und das beide somit wieder am Geistselbst als Zugang zu Mutter Sophia oder auch dem Heiligen Geist gearbeitet haben, natürlich mit Steiners Kräften als Fokus. Von daher kann man sich auch vorstellen, dass Steiner mit der Stiftung der neuen Mysterien den Mysterienstrom der Anthroposophie als jenes Fenster öffnete, durch das die anderen geoffenbart oder gefunden werden können, weil dies eng mit dem menschlichen Bewusstsein zusammenhängt (das Ich wird sich in der Seele bewusst und dies immer mehr, wenn beide durch das Geistselbst umgeformt sind). Das zeigt gleichzeitig, dass es noch mehr Mysterien gibt, als die Anthroposophie, die alle seinerzeit geoffenbart werden und nach aussen treten können. Wahrscheinlich ist damit die gemeinsame Aufgabe dieser beiden Eva-Maria-Individualitäten erledigt, was natürlich nichts über andere gemeinsame Bündnisse sagt (18).


Wie man zur Mutter kommt

Man kann das Wirken der Mutter in jenem der Landschafts- und Pflanzendevas erkennen, welche Engel sind, die von Mutter Erde (die in der Erde verschleierte Mutter Sofia) ausgehen und die Natur instand halten bis wir genug davon verinnerlicht und uns zu eigen gemacht haben, so dass wir einen Planeten wachsen lassen können. Landschaftsdevas manifestieren sich auf drei verschiedene Weisen, die jeweils einen Punkt in einem räumlichen Dreieck in Stand halten, die einen Landschaftstempel ausmachen (19). Im Einströmungspunkt, wo die Kräfte aus dem Kosmos als Klänge aufgefangen werden, zeigt sich die Landschaftsdeva als weißer Engel (Madonna); an dem Punkt des Landschaftstempels wo sie diese Kräfte mit denen des Untergrundes und der Luft transformiert, zeigt sie sich als der schwarze Engel, und an dem Ausströmungspunkt als der blaue Engel. In dieser Dreiheit ist wieder der dreifältige Aspekt der Mutter zu finden: Einströmen – Gefühlsempfänglichkeit; Transformation – Willensaktivität; Ausströmen – Denkaktivität.
Die Mutter selbst ist in der tiefsten unterirdischen Schicht zu finden, wenn wir in uns selbst die oberen Schichten durchlichtet haben und beginnen diese umzuformen. Das ist dann keine Anthroposophie mehr, aber kommt in die Richtung eines neuen Magiertums, denn es öffnet die Kräfte des Menschensohnes, das steuernde und schöpferische Ich von uns in den Lebenswelten (das Äther-Ei oder auch der Gral, Jaspisstein aus dem Parzifal-Mythos). Dies sind Kräfte des Sohnes, denn Christus hat für uns den Menschensohn geweckt und hält ihn uns jedesmal zwischen zwei Erdenleben vor, wenn wir auf unserem eigenen Stern ruhen. Nur indem wir die Kräfte des Sohnes in uns wecken und aktiv in den Lebenswelten werden, wobei wir mit uns selbst die Erde umformen, können wir Mutter Erde finden. Dies öffnet Tore zum Lebensgeist und zum Geistesmenschen in uns (resp. die Inspiration und Intuition); bis dahin bleibt die Mutter für den Menschen in Schleier hinter den Erscheinungen gehüllt.

Übrigens ist in und um Cuzco in Peru ein bedeutsames Zentrum der Mutter: Die Inka nennen es Mammapacha und haben Einweihungswege um mit ihr in Kontakt zu kommen. Einer der wichtigsten ist über dem (Äther)Magen, in ihrer Sprache quosquo genannt (daher Cuzco (20)). Das ist das Wahrnehmungsorgan, wodurch sie in der Erde und die darin lebenden Wesen wahrnehmen können, namentlich in den schwärzeren, dunkleren Schichten der physischen Erde. Es steht in enger Verbindung mit (wenn es nicht sogar identisch ist) der 10-blättrigen Sonnengeflechts-Lotusblume, das Seelensinnesorgan, womit wir vom Seelischen aus in die Welten von Leben, Seele und Geist schauen können, indem wir sie auf der Basis des Seelenleibes unser Geistselbst entwickeln. Vom Äthermagen aus können sie tiefer in die unterirdischen Spären eindringen. Der Ort Cuzco selbst liegt mitten in den Anden, die zusammen mit den nordamerikanischen Rocky Mountains das Rückgrat formen, den Angriffspunkt von Ialdabaoth/Ahriman. Das Erdzentrum ist der Ort, wo die Mutter ganz besonders wartet bis der Mensch durch die Menschensohnkräfte aus dem Geisteslichtfunken diese Finsternis wieder ganz durchlichten kann und die Kräfte des Vatergottes durch den Sohn hier einlassen kann.


Nicolaas de Jong gibt Kurse zur Wahrnehmung und Handeln in unterirdischen Sphären aus seiner Verbindung mit den Planetenspären und aus den Lotusblumen heraus.

Anmerkungen:

(1) Diese Schrifften sind 1945 an diesem Ort in Israel gefunden worden. Siehe auch den ausführlichen Artikel von Evelien Nijeboer in Bruisvat Nummer 5.
(2) Dies sind dreimal sieben hierarchische Welten, und zwar 7 des Vaters, 7 der Mutter und 7 des Sohnes dazwischen; diese 21 hierarchischen Bewusstseinswelten stehen somit über unserem Kosmos von 9 Sphären.
(3) Diese wird auch öfters als männliches Wesen angegeben, was mit dem biblischen Geist der Wahrheit, somit dem Heiligen Geist, der der Tröster genannt wird, übereinstimmt (Johannes 14).
(4) Es gibt neun unterirdische Sphären, welche eine Spiegelung der neun Engelhierarchien sind. In diesen unterirdischen Spären wohnen Engel, die sich für die Entwicklung der Menschheit geopfert haben und verdunkelte Engel geworden sind und die warten bis der Mensch sie erlöst. Dass die Mutter ihren Thron in der untersten, der 9ten Sphäre ihren Thron hat, ist eine Wahrnehmung aus meiner phänomenologischen Gruppenarbeit in und durch die unterirdischen Spären.
(5) Neu bezüglich der heutigen Erde ist, dass sie eine fünfte Art von Lebenskräften enthält, die durch den Menschen zu entwickeln ist, die die Quintessenz genannt wird und die aus, durch bewusste und individualisierte Liebe umgeformte, Wärme besteht. Sehe dazu meinem Buch 'Wege und Forme der Liebe’.
(6) Siehe dazu auch mein Buch „Esoterisches Christentum bis heute“.
(7) Die ägyptische Legende des Jünglings zu Sais, der den Schleier von dem Isis-Bildnis lüftete, weil er vor die Ankunft des Christus neugierig war, ist davon eine deutliche Illustration.
(8) Johannes 13, 14.
(9) Dieser Ausdruck verweist auf einen Kontinent, Lemurien genannt, das in der heutigen Stillen Südsee und dem Indischen Ozean lag; diese hatte sieben Kulturperioden. Danach folgte die Entwicklung auf dem Atlantischen Kontinent, im heutigen Atlantischen Ozean gelegen, und danach kamen erst unsere nachatlantischen Kulturperioden, jeweils von 2160 Jahren, wovon wir nun in der 5ten sind.
(10) Lao Tse lebte im 5ten Jh.v.Chr. in China
(11) Der ganze Vorgang geht somit einher mit einer Verbindung zwischen der Königslinie und der Priesterlinie, wobei die erste gleichsam den Astralleib vorbereitet hat und die zweite den Ätherleib. Siehe u.a. die Bücher von E. Bock hierüber, z.B. ‚Von Bethlehem zum Jordan’ (Christophorus Verlag), die diese komplexen Zusammenhänge schön beschreiben.
(12) In den kürzlich gefundenen Evangelien von Philippus ist ihre Rolle deutlich beschrieben, als auch die Widerstände, die das bei einigen Jüngern hervorruft, weil sie eine Frau ist.
(13) Siehe die Nag Hammadi Schriften, namentlich das „Wesen der Gewalten“ , worin beschrieben wird wie sie durch die Archonten bedroht wird.
(14) GA 148.
(15) Das scheinbar einfache Übergehen des einen Geistes in den anderen Körper ist kein gewöhnlicher Vorgang.
Hinter Individualitäten wie Zarathustra und den Marien stecken vielmehr Wesen, die schon vor den Menschen auf die Erde kamen, höhere Geistesqualitäten entwickelt hatten und die alle aufgestiegen sind zur Bewusstseinsstufe von Erzengeln oder noch höher (von Zarathustra sagt Rudolf Steiner, dass er schon in der Persischen Kulturperiode bis zum Geist der Form aufgestiegen war). Solche Wesen werden Avatare genannt, d.h. göttliche Wesen aus einer der Engelhierarchien, die sich zu bestimmten Zeiten in Menschenkörper inkarnieren können und die vor dem Mysterium von Golgatha die Menschen als Eingeweihte der Mysterienstätten leiteten. Die Durchdringung ihrer Seele und Geist gibt demnach ein gutes Bild davon wie es in der geistigen Welt zugeht, wo die Wesen viel weniger voneinander getrennt sind als in der irdisch-physischen Welt.
(16) Bezeichnend in diesem Verbund ist die Geschichte von seinem Halbbruder Feirefiz, der den Gral erst wahrnehmen kann, nachdem er getauft war und seinen alten astrologischen Glauben abgelegt hatte.
(17) Goethe, der um diese Zeit herum lebte und schon gut Farbbilder wahrnehmen konnte, spielte hiermit auch öfters, konnte aber keine Sinnhaftigkeit darin entdecken; das ist erst mit einem vollständig ausgebildeten Geistselbst möglich.
(18) Johanna von Keyserlingk (1879-1966). Von ihr sind Gespräche mit Rudolf Steiner erhalten geblieben über den Zugang zu Shamballa durch die neun unterirdischen Schichten hindurch. Sehr konkret wurde ihre Zusammenarbeit dadurch, dass sie und ihr Mann zu Steiner mit der Frage nach der Entwicklung einer neuen Landwirtschaft kamen. Ihr Landgut Koberwitz war der Ort, wo der biodynamische Landbau begonnen hatte, wodurch ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Erde möglich geworden ist.
(19) Siehe M. Pogacnik, „Die Seele der Erde“, herausgegeben bei Freies Geistesleben.
(20) Siehe E. Jenkins, „Die Rückkehr der Inka“, Bruna, 1998.

 

Zurück nach oben


Die Quintessenz als bewusste Wärmelenkung

Elementarwesen, Technik und Zukunft


Wir leben in einer Zeit, in der wir beinahe nicht mehr ohne Technik unser Leben führen können. Nur wenn wir uns irgendwo in die Berge zurückziehen, können wir uns von ihr entziehen, vorausgesetzt man lässt das Handy zuhause. Deswegen ist es sinnvoll etwas tiefer in das Wesen der Technik einzudringen. Man kommt dann von selbst zu den Elementarwesen, die in unserer technischen Kultur wirksam sind. Es ist dem Menschen überlassen, eine bewusste Verbindung mit ihnen anzu gehen und so neue Zusammenhänge für die Zukunft zu schaffen. Dies bietet eine Antwort an die Losgelöstheit der Elementarwesen im Wetter, in der Technologie und in Organisationen.


Technik als Idee und Wille

Wenn man als ein einfaches Beispiel von Technik eine optische Brille betrachtet, so gibt es bereits eine Vielzahl von Ideen, die in dieser Erfindung stecken. Der Name kommt von Beryll, jenem grünlichen, transparenten Edelstein. Er wurde früher kugelartig, wie ein flacher Wassertropfen geschliffen, wodurch die erste Linse entstand: Idee Nummer 1. Die Linse konnte mit dem richtigen Abstand vor ein Auge gehalten werden, damit man Objekte oder Buchstaben nach Wunsch vergrößern konnte. Später wurde der geschliffene Beryll in einem Rand (ein Skelett) eingefaßt und mit einer Stange verbunden, damit man nicht die Hand hochheben mußte, um dennoch die Linse in der richtigen Entfernung vor dem Auge zu halten: Ideen Nr. 2 und 3. Heute ist die Linse aus Glas oder Plastik, in einem Gestell eingefaßt, das auf der Nase und hinter den Ohren ruht, und hat zwei Gelenkbügel für das Zusammenklappen, eine Nachahmung der Gelenke: Idee Nr. 4. Der neueste Sproß dieser Entwicklung ist der Einbau eines elektronischen Lichtsensors mit Objektiv in den Augenhohlraum, der mit dem Gesichtszentrum auf der Rückseite des Großhirns verbunden ist, damit blinde Personen die Fähigkeit des Sehens bekommen.
Dabei wird immer durch die Phänomene hindurch (Linse, Skelett, Gelenke) eine Idee in der Natur beobachtet und auf ein Stück Technik.1 angewendet - ein Gedanke, der zur Willenswirkung oder Sinneserweiterung wird. Diese Anwendung ist an sich morallos, nicht gut oder schlecht an sich, aber gleichgültig. Die moralische Absicht tritt nur bei der Verwendung durch den Benutzer hervor, der lernen muß, sich mit seinem Gefühl (wo das Gewissen wohnt) dieser Technik zu bedienen, also mit Sympathie oder Widerwillen. Bei einer Brille sind die Verwendungsmöglichkeiten gar nicht so weitreichend, mit einer Linse kann man sich schlimmstenfalls die Haut verbrennen. Bei einem Flugzeug ist es schon etwas ganz Anderes, wie die Angriffe auf das World Trade Centre in New York zeigten.
Eine Idee, die in der Natur lebt und in den Phänomenen auftritt, ist nicht umsonst eine abstrakte Sache. Dahinter steckt ein Elementarwesen, das existiert, weil ein Engel aus einer der himmlischen Hierarchien es einmal erschaffen/ausgedacht und es dann in die Natur entsandt, d.h. gebannt hat. Das Wesen tritt nicht einfach so zufällig in den Phänomenen auf, sondern es verursacht diese Erscheinungen genau richtig, zusammen mit anderen Gedankenwesen. Sie haben ihren Platz innerhalb der Lebenswelt (Ätherwelt) bekommen. Das ist jene Welt, die hinter den Elementen steht und diese bildet und unterhält. Zusammen unter der Führung der höheren Elementarwesen und der Engelhierarchien bewegen und bilden sie die vier Elemente, die unsere manifestierte Natur hervorbringen. Wenn wir die Natur in ihren Phänomenen und Wirkungen beobachten, nehmen wir diese Gedanken-Elementarwesen mittels unserer Sinnesorgane auf. Wenn wir über das Entstehen der Phänomene und ihren Werdegang oder über ein spezifisches Problem nachdenken, dann kommen diese Gedankenwesen wieder aus unserem Gedächtnis (wo sie im Ätherkörper leben) nach oben in das Bewußtsein und wir können dann mit unserem aktiven Denken etwas mit ihnen anfangen. Wir können sie miteinander verbinden und auch mittels unserer aktiven Denkprozesse ändern und deformieren. Wenn wir unsere Gedanken hinsichtlich der Phänomene an andere übermitteln, sind die Gedanken-Elementarwesen durch unsere Seele und unsere spezifische Art zu denken verändert und gefärbt. Wenn wir über Phänomene und Wirkungen bezüglich eines spezifischen Problems reflektieren und dies in ein Stück Technik umsetzen, dann bannen wir solch ein Elementarwesen oder eine Kombination von Elementarwesen auf eine neue Weise in das 'Ding' , das wir herstellen; und nach der Erfindung und dem Bau des Stücks Technik kann jeder dieses nach eigenem Gutdünken verwenden. Zahlreich sind die Erfindungen, die ihre Inspiration aus der Natur holen. Wir können die darin liegenden Naturentfremdungen, die jeder erleben kann, wenn er es zuläßt, ignorieren, z.B. indem man die Existenz jener Wesen leugnet, weil sie nicht direkt sichtber sind. Dennoch sind sie tätig. Nichtsdestotrotz kommt man dann nicht um die Tatsache herum, dass es eine Verantwortlichkeit sowohl für den Hersteller als auch für den Benutzer des Gegenstandes gibt. Wie reagieren die verbannten Naturwesen darauf ?


Einige Erfahrungen

Wenn ich einen Computer neu kaufe, oder wenn ich an ihm neue Bestandteile einrichte, kostet es oft viel mehr Zeit als geplant bis alles gut funktionniert. Der Apparat bittet um Aufmerksamkeit. Wenn ich lange Zeit gearbeitet habe, kommt es auch vor, dass auf einmal einfache Eingaben wie Speichern oder Ausdrucken nicht mehr gut funktionieren. Es kostet dann viel Aufmerksamkeit, Geduld und Bewußtsein, um es doch zu schaffen. Wenn ich mich auf meinen Apparat konzentriere, sehe ich, dass das Wesen, das hineingebannt worden ist, tatsächlich um Aufmerksamkeit bittet. Wenn ich einen inneren Dialog mit ihm führe, kann ich erfahren, was ihm fehlt, und es hilft mir auch häufig zur Lösung des Problems. Aus diesem Grund habe ich angefangen, meine Absichten von Anfang an in den Computer als Text hineinzubringen und auf diese Weise eine bewusstere und auf dem Gefühl gegründete Verbindung zu erschaffen und wach zu bleiben für das, was das Elementarwesen tatsächlich will. So etwas ist mir auch mit einer italienischen grau-schwarzen Designer-Kaffeemaschine passiert. Durch meine Antipathie gegen den Apparat lief mit ihm jedesmal etwas anderes schief, solange bis ich meiner Antipathie in die Augen sah und ich eine Menge von unklaren Gefühlen in mir beobachtete und berichtigte. Danach konnte ich besser mit der Maschine umgehen, mit einem ausgeglicheneren Verhältnis des gegenseitigen Respektes.


Einige Landschaftserfahrungen

Nach einer Landschaftsarbeit in der Schweiz, in einer Gegend, die karmis